SpOn 13.03.2026
10:31 Uhr

China: Apple senkt Gebühren im chinesischen App Store


Der US-Konzern übt sich in vorauseilendem Gehorsam: Um dem Befehl chinesischer Regulierungsbehörden zu entgehen, senkt Apple die Provisionssätze im App Store. Aber nur um ein paar Prozent.

China: Apple senkt Gebühren im chinesischen App Store

Anbieter im chinesischen App Store dürfen darauf hoffen, dass der Anteil ihrer Einnahmen, den sie an Apple abführen müssen, künftig geringer ausfällt. Der US-Konzern hat angekündigt, die dort fälligen Gebühren zu senken. Der Konzern reagiert damit auf Druck der chinesischen Regulierungsbehörden.

Ab kommendem Sonntag, so Apples Ankündigung , sollen die Gebühren für In-App-Käufe und Bezahl-Apps von 30 Prozent auf 25 Prozent gesenkt werden. Die Provisionen für In-App-Käufe von Entwicklern, die an Apples Partnerprogrammen für Kleinunternehmen und Mini-Apps teilnehmen, werden von 15 auf 12 Prozent gesenkt. »Mini-Apps« sind kleinere Anwendungen, die innerhalb einer größeren Anwendung wie Tencents WeChat laufen.

Der Tag der Preissenkung ist gleichzeitig auch der Tag, an dem die chinesischen Staatsmedien in der Regel in- und ausländische Unternehmen hervorheben, denen Verstöße gegen Verbraucherrechte vorgeworfen werden. Apple war 2013 Ziel dieser Kampagne, als sein Kundendienst vom staatlichen Fernsehsender CCTV kritisiert wurde und das Unternehmen sich öffentlich entschuldigen musste. Indem der Konzern die Gebühren senkt, bevor die Behörden ihn dazu offiziell verpflichten, kommt er diesmal einem öffentlichen Pranger zuvor.

Entwickler sparen – Verbraucher auch

Die Senkung werde chinesischen Entwicklern schätzungsweise umgerechnet knapp 900 Millionen US-Dollar an Kommissionszahlungen ersparen, berichtete die staatliche Wirtschaftszeitung »Economic Daily« am Donnerstag. »Die Gebühren für digitale Güter und Dienstleistungen in iOS« würden »schrittweise abgeschafft«, heißt es von dem Blatt weiter. Dadurch würden die Preise für digitale Dienstleistungen »voraussichtlich sinken, was den Verbrauchern Einsparungen von bis zu fast 150 Millionen US-Dollar pro Jahr bringen dürfte.«

Die 30-prozentige »Apple-Steuer« bleibt ein zentraler Gegenstand kartellrechtlicher Prüfungen durch Regulierungsbehörden weltweit. Die EU führte 2024 Gesetze ein, die Apple zwangen, die Provisionen für Entwickler auf 10 bis 17 Prozent zu senken.

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»Im Falle Chinas hat (Apple) mit dem IT-Ministerium und anderen Behörden gesprochen und wurde aufgefordert, seine Gebühren zu senken«, sagte Rich Bishop, Gründer von App in China, einem Unternehmen, das ausländische Softwareentwickler bei der Bereitstellung ihrer Apps in China berät.

Dass sich der Druck auf Apple mit der jetzt angekündigten Maßnahme spürbar reduziert, sei indes nicht zu erwarten. Bishop geht davon aus, dass die chinesische Regierung fordern wird, im Land erzielte Einnahmen aus dem App Store in China statt im Ausland zu verbuchen. Außerdem dürften die Behörden die Aufsicht über in China veröffentlichte ausländische Apps weiter verschärfen. Apple hatte auf Anforderung der chinesischen Internetaufsichtsbehörden bereits sogenannte VPN-Apps aus seinem chinesischen App Store entfernt.

mik/Reuters