Die Bundeswehr ist seit dem Start des neuen Wehrdienstes auf Wachstumskurs. Bis Ende Februar hätten sich rund 16.100 Menschen für eine militärische Laufbahn beworben – ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. Diese Tendenz spiegle sich auch in den Neueinstellungen wider: Im Februar gab es mehr als 5300 Einstellungen und damit 14 Prozent mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahr.
Insbesondere bei Mannschaftssoldatinnen und -soldaten im Rahmen des neuen Wehrdienstes sei der Personalbestand im Vergleich zum Vorjahr signifikant erhöht worden, teilte das Ministerium weiter mit. Derzeit sind demnach rund 13.400 Personen als Freiwillig Wehrdienstleistende (sechs bis elf Monate) und kurzdienende Zeitsoldaten (zwölf bis 23 Monate) in der Bundeswehr tätig – ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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Die Bundesregierung erhofft sich von dem seit Anfang des Jahres geltenden neuen Wehrdienstgesetz einen großen Schub für die Truppe. Demnach werden alle 18-Jährigen angeschrieben und um eine freiwillige Meldung gebeten.
Die aktive Personalstärke der Bundeswehr beträgt den Angaben zufolge aktuell rund 186.200 Soldatinnen und Soldaten. Angesichts der Bedrohung durch Russland ist es das Ziel der Bundesregierung, die aktive Truppe bis Mitte der Dreißigerjahre auf 260.000 Soldaten aufzustocken. Zudem soll die Zahl der Reservisten auf mindestens 200.000 steigen.
Die Gesamtpersonalstärke wird laut Ministerium im Jahresverlauf weiterhin saisonalen Schwankungen unterliegen. Im Frühjahr scheiden demnach erfahrungsgemäß überproportional viele Soldatinnen und Soldaten zu ihrem Dienstzeitende planmäßig aus, um etwa einen zivilen Beruf zu ergreifen oder in ein Studium oder eine Ausbildung im Sommerhalbjahr einzusteigen. Außerdem sei die Nachfrage nach Grundausbildungen nicht so stark wie etwa in der zweiten Jahreshälfte.
