Die Aktienmärkte in Asien haben den Handel tief im Minus beendet. Der unerwartet starke Anstieg der US-Inflation befeuert Sorgen, die US-Notenbank Federal Reserve könnte noch in diesem Jahr die Zinsen anheben. Höhere Zinsen wiederum verteuern die Investitionen wachstumsstarker Unternehmen, etwa in der KI-Branche.
Auch der Dax spürte zu Handelsbeginn den Ausverkauf im Technologiesektor in den USA und in Asien. Der geringere Anteil an Chipaktien im deutschen Leitindex sowie eine Entspannung am Öl- und Anleihemarkt begrenzten jedoch die Kursverluste.
Der Dax notierte zur Eröffnung gut ein halbes Prozent tiefer bei 25.145 Punkten. Die Aktien von Infineon und Aixtron brachen um jeweils rund neun Prozent ein.
Die technologielastigen Leitindizes in Japan und Südkorea hatten am Morgen rund fünf und 7,5 Prozent im Minus geschlossen, beim Nasdaq in den USA hatte das Minus am Mittwoch bei knapp zwei Prozent gelegen.
»Das sind keine klassischen Gewinnmitnahmen. Das ist eine echte Sorge vor einer massiven Korrektur. Bei klassischen Gewinnmitnahmen wäre das Verkaufstempo deutlich geringer«, kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.
Die hohen Bewertungen der Technologieaktien würden zunehmend kritisch gesehen. Die gestiegenen Zinsen, die die Finanzierungskosten erhöhen, trügen zu den Sorgen bei.
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»Anleger zweifeln nicht an der Nachfrage nach KI«, sagte Charu Chanana, Anlagestrategin bei der Saxo Bank. »Sie fragen sich zunehmend, welchen Preis sie für dieses Wachstum zahlen sollten, wenn die Zinsen hoch sind und möglicherweise weiter steigen.« So führten Aktien mit Bezug zu künstlicher Intelligenz die Verluste an der Börse in Tokio an: Die Chipausrüster Advantest und Tokyo Electron brachen um rund 15 und 8 Prozent ein. Der auf KI fokussierte Start-up-Investor SoftBank sackte um zehn Prozent ab.
Es gibt auch gelassene Experten
Selbst die überraschend starken Ergebnisse des taiwanischen Halbleiterkonzerns TSMC hätten die Anleger nicht beruhigt, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. »Wenn selbst gute Nachrichten nicht mehr gekauft werden, sondern zum Ausstieg genutzt werden, ist das ein deutliches Warnsignal für die Börsen.«
Andere Analysten dagegen zeigten sich gelassener. So sagte Mark Matthews, Chefanalyst bei der Bank Julius Bär in Singapur, er mache sich keine Sorgen. Aktien seien nicht teuer, es gebe keine Anzeichen für eine Rezession und die Nachfrage übersteige das Angebot in den meisten Bereichen des KI-Sektors immer noch bei Weitem.
