SpOn 07.07.2026
18:25 Uhr

Berliner Polizei warnt vor Werbepäckchen mit Drogen im Briefkasten


In deutschen Städten steigt seit Jahren der Drogenkonsum. Nun warnt die Polizei in der Hauptstadt vor einer besonders dreisten Form des Direktmarketings durch Dealer.

Berliner Polizei warnt vor Werbepäckchen mit Drogen im Briefkasten

Die Polizei in Berlin warnt vor Werbepäckchen mit Drogen, die derzeit verstärkt in der Hauptstadt verteilt würden. Dealer seien damit auf der Suche nach neuer Kundschaft. »Drogen im Briefkasten! Das passiert aktuell in Berlin«, teilte die Polizei über einen ihrer Internetkanäle mit.

Dazu stellte sie ein Foto von einem Kunststoff-Päckchen mit bunten Symbolen und einer unkenntlich gemachten Kontaktmöglichkeit. »In den Päckchen befinden sich Kokain, Ecstasy, Ketamin, Haschisch, Marihuana oder 3-MMC. Leider sprechen die bunten Päckchen vor allem Kinder an. Deswegen sollten gerade Eltern aktuell besonders vorsichtig sein.«

Buntes Kärtchen mit Drogenwerbung in Berlin

Buntes Kärtchen mit Drogenwerbung in Berlin

Foto: Polizei Berlin / dpa

Die Päckchen mit den Gratisproben sollten auf keinen Fall geöffnet, sondern sofort der Polizei gemeldet werden. »Die Drogenhändler machen so vor allem Werbung für ihr Geschäft. Darum von unserer Seite noch einmal der Hinweis: Es ist verboten, Werbung für Drogen zu machen. Es ist verboten, sich auf Anzeigen dieser Art zu melden.«

Schon seit Längerem kleben in manchen Berliner Stadtteilen Aufkleber mit Werbung und Telefonnummern von Drogenhändlern an Laternen oder Wänden. In Kneipen werden zudem bunte Infokarten mit Angeboten zu WhatsApp-Kanälen von Dealern verteilt. Sogenannte Kokstaxis bieten illegale Substanzen auch mit einer Art Lieferdienst und Abholservice an.

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Laut einer aktuellen Studie konsumieren junge Erwachsene in Deutschland inzwischen deutlich mehr Kokain als früher. Demnach konsumierten im vergangenen Jahr 4,1 Prozent Kokain, 2015 waren es noch 1,2 Prozent.

Unter jungen Männern sei die Droge noch verbreiteter als unter jungen Frauen. Für die Repräsentativbefragung wurden laut BIÖG  von April bis Juli 2025 7001 Personen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren befragt.

Insgesamt haben laut der Studie 18,7 Prozent in dieser Altersgruppe bereits Erfahrung mit mindestens einer illegalen Droge. Auch Untersuchungen im Abwasser zeigen, dass der Drogenkonsum in deutschen Städten gestiegen ist.

jpe/dpa