SpOn 13.09.2026
16:44 Uhr

Allgäu in Bayern: Wanderer verwechselt Hirsch mit Bären und setzt Notruf ab


Ein Wanderer in den Allgäuer Alpen hörte ungewöhnliche Geräusche und fühlte sich von einem Bären verfolgt. Die Polizei konnte die Fehleinschätzung schnell aufklären.

Allgäu in Bayern: Wanderer verwechselt Hirsch mit Bären und setzt Notruf ab

Kann das ein Bär sein? Ein Wanderer in den Allgäuer Alpen wähnte sich durch einen Bären verfolgt und setzte am Samstagabend deshalb den Polizeinotruf ab. Beamte in der Einsatzzentrale hätten den Mann beruhigen können, berichtete die Polizei in Kempten am Sonntag. Denn bereits am Telefon sei »das unverkennbare Röhren« von Hirschen in der Brunft zu hören gewesen. Nach etwas gutem Zureden habe der Wanderer dies realisiert und seinen Weg daraufhin fortgesetzt.

»Mit gebührendem Abstand« an den Hirschen vorbei

Der Zwischenfall ereignete sich den Angaben der Polizei zufolge bei Bad Hindelang im Kreis Oberallgäu nahe der Grenze zu Österreich. Nach Hinweisen der Beamten habe der Wanderer das »herbstliche Naturschauspiel« der Hirschbrunft erkannt und sich »mit gebührendem Abstand« an den Tieren vorbeigetraut.

Braunbären lebten früher auch in Deutschland, wurden jedoch bis Anfang des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Der letzte wild lebende Bär wurde nach Angaben der Umweltschutzorganisation BUND 1835 in Oberbayern erlegt. In den Alpen leben der Organisation zufolge etwa 500 bis 600 Tiere, vor allem in Slowenien. Im zentralen Alpenraum gibt es aber nur eine einzige relativ kleine Braunbärenpopulation im italienischen Trentino.

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Von dort sind es etwas mehr als 100 Kilometer bis zur deutschen Grenze. Umweltschützern zufolge ist das Auftauchen von Braunbären hierzulande möglich, wenngleich es keine Hinweise auf eine dauernde Anwesenheit von Bären in Deutschland gibt.

Vermeintlicher »Problembär«: Der ausgestopfte Braunbär »Bruno« 2008 im Museum Mensch und Natur in München

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Foto: A3216 Peter Kneffel/ dpa

Schlagzeilen machte ein 2006 in Bayern schließlich erschossener wandernder Jungbär, der in den Medien und der öffentlichen Diskussion zum »Problembären Bruno« wurde. Bärenspuren wurden der Umweltorganisation WWF zufolge auch in den vergangenen Jahren wiederholt in den bayerischen Alpen nachgewiesen.

cgu/dpa/AFP