Charles »Sonny« Burton war 1991 an einem Raubüberfall auf ein Geschäft in Talladega im US-Bundesstaat Alabama beteiligt. Ein Kunde wurde getötet. Burton jedoch hatte den tödlichen Schuss nicht abgefeuert. Trotzdem wurde er 1992 als Mittäter wegen Mordes zum Tode verurteilt. Nun, 34 Jahre später, sollte Burton mit Stickstoff hingerichtet werden. Doch zwei Tage vor der Hinrichtung hat Alabamas Gouverneurin Kay Ivey das Todesurteil aufgehoben.
Das Urteil gegen den 75 Jahre alten Burton werde in lebenslange Haft ohne Bewährung umgewandelt, teilt die Gouverneurin mit. Ivey erklärte, es wäre »ungerecht«, Burton hinzurichten. Er habe das Opfer nicht erschossen, den Schützen nicht angewiesen, das Opfer zu erschießen und den Laden zum Zeitpunkt des Schusses bereits verlassen.
Den tödlichen Schuss hatte ein Mann namens Derrick DeBruce abgegeben. Er war ebenfalls zum Tode verurteilt worden, seine Strafe wurde jedoch in lebenslange Haft ohne Bewährung umgewandelt. Er starb später im Gefängnis.
Alabama 2024: Protest gegen die Hinrichtung von Charles »Sonny« Burton
Foto: Mickey Welsh / APEs ist das zweite Mal, dass Ivey seit ihrem Amtsantritt als Gouverneurin im Jahr 2017 die Todesstrafe gegen einen Häftling aufgehoben hat. Seitdem sie das Amt innehat, wurden in Alabama 25 Todesurteile vollstreckt.
»Ich bin fest davon überzeugt, dass die Todesstrafe eine gerechte Strafe für die abscheulichsten Straftäter der Gesellschaft ist, wie die 25 Hinrichtungen während meiner Amtszeit zeigen«, sagte Ivey. Um die Todesstrafe weiter durchführen zu können, müsse diese »folgenschwerste Maßnahme einer Regierung« aber »fair und verhältnismäßig angewendet werden«.
Nach Angaben der auf die Dokumentation von Todesstrafen spezialisierten Organisation Death Penalty Information Center (DPIC) wurden in den USA in diesem Jahr bislang fünf zum Tode verurteilte Menschen hingerichtet. In 23 der 50 US-Bundesstaaten wurde die Todesstrafe abgeschafft. In drei weiteren – Kalifornien, Oregon und Pennsylvania – gilt ein Moratorium für Hinrichtungen.
