SpOn 08.03.2026
15:57 Uhr

2. Bundesliga: Preußen Münster-Fan zieht VAR-Monitor den Stecker


Im Spiel zwischen Preußen Münster und Hertha BSC wollte Schiedsrichter Felix Bickel mithilfe des Videobeweises eine strittige Strafraumszene überprüfen. Doch ein Münster-Fan sorgte dafür, dass er nichts sah.

2. Bundesliga: Preußen Münster-Fan zieht VAR-Monitor den Stecker

Fans des Fußball-Zweitligisten Preußen Münster haben im Spiel gegen Hertha BSC (1:2) den Einsatz des Videobeweises behindert. Die DFB Schiri GmbH bestätigte dies der Nachrichtenagentur SID. Zuvor hatten der Sender Sky und die »Bild«-Zeitung darüber berichtet.

Kurz vor der Halbzeitpause wurde Schiedsrichter Felix Bickel nach einem Foul von Münsters Niko Koulis an Berlins Michaël Cuisance im Strafraum zur Überprüfung an die Seitenlinie gebeten, blickte dort aber auf einen schwarzen Bildschirm. Nach Angaben der »Bild« soll ein vermummter Zuschauer über den Zaun gesprungen sein und ein Kabel aus dem Gerät gerissen haben. Wenig später tauchte in der Preußen-Kurve ein Spruchband auf: »Dem VAR den Stecker ziehen«.

Spruchband in der Preußen-Kurve: »Dem VAR den Stecker ziehen«

Spruchband in der Preußen-Kurve: »Dem VAR den Stecker ziehen«

Foto: Bernd Thissen / dpa

Bickel konnte die Szene ohne Videobilder nicht selbst am Monitor überprüfen. Er wartete etwa eine Minute darauf, dass das Gerät wieder angeht, musste die Entscheidung aber letztlich der Videoassistentin Katrin Rafalski im Kölner Keller überlassen. Über die Stadionlautsprecher sagte Bickel: »Wir haben ein mögliches Foulspiel im Strafraum überprüft. Meine Kollegin Katrin Rafalski hat festgestellt, dass der 24er von Münster Cuisance klar am Schienbein trifft. Deswegen lautet meine finale Entscheidung: Strafstoß.«

Münster erklärte auf der Vereinswebsite , der Club bedauere den Vorfall und werde »alles daran setzen, den oder die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen«. Außerdem seien umgehend Maßnahmen ergriffen worden, um vergleichbare Vorfälle für die Zukunft auszuschließen.

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Formal ist das On-Field-Review nicht verpflichtend. In einem solchen Fall trifft der Schiedsrichter seine Entscheidung auf Basis der Informationen aus dem Videoassistentenraum.

Den fälligen Elfmeter verwandelte Hertha-Kapitän Fabian Reese zur 1:0-Führung (45.+4). Kurz nach Wiederanpfiff köpfte Jannis Heuer, den 1:1-Ausgleich (46.). Marten Winkler erzielte den Siegtreffer für Berlin (90.+3).

Damit hat Hertha seine kleine Chance auf den Aufstieg gewahrt. Neun Spieltage vor Saisonende beträgt der Rückstand auf die Aufstiegsränge acht Punkte.

luc/sid