SpOn 08.03.2026
13:33 Uhr

1. FC Köln: DFB rügt Stadionsprecher für Kommentare


»Pfui, widerlich«: Michael Trippel machte im Kölner Stadion per Lautsprecherdurchsage seinem Ärger über umstrittene Schiedsrichterentscheidungen Luft. Der DFB wertet den Vorfall als klare Grenzüberschreitung.

1. FC Köln: DFB rügt Stadionsprecher für Kommentare

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Kommentare des Kölner Stadionsprechers Michael Trippel zu Schiedsrichterentscheidungen beim Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund (1:2) scharf kritisiert. »Wir missbilligen die Äußerungen entschieden und halten sie für inakzeptabel«, teilte die Sportliche Leitung der DFB Schiri GmbH auf Anfrage der Nachrichtenagentur SID mit. Unabhängig von der Richtigkeit der Schiedsrichterentscheidungen könne und dürfe es nicht sein, dass ein Stadionsprecher sie negativ kommentiere und das Publikum so gegen die Unparteiischen aufbringe. »Bei allem Verständnis für Emotionalität wurde hier eindeutig eine Grenze überschritten«, hieß es.

Trippel, 71, hatte beim Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund (1:2) über die Stadionlautsprecher mehrere Entscheidungen von Schiedsrichter Daniel Siebert infrage gestellt. Als Siebert nach VAR-Intervention die Rote Karte gegen Kölns Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey verkündete, rief Trippel hörbar: »Pfui, widerlich«.

Schiedsrichter Daniel Siebert entschied nach Ansicht der Videobilder auf Rot für Jahmai Simpson-Pusey

Schiedsrichter Daniel Siebert entschied nach Ansicht der Videobilder auf Rot für Jahmai Simpson-Pusey

Foto: Federico Gambarini / dpa

Zudem hatte in der hektischen Schlussphase BVB-Verteidiger Yan Couto den Ball mit dem Arm berührt – einen VAR-Eingriff gab es trotz heftiger Proteste der Kölner nicht. Das kritisierte Trippel nach dem Abpfiff hörbar: »Ich werde Ärger kriegen, aber ich sage es: In der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunders, und das guckt sich noch nicht mal einer an«.

Verein drückt Missfallen aus

Auch im eigenen Verein stießen die Aussagen auf Kritik. Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler sagte: »Das gefällt mir nicht« und kündigte ein klärendes Gespräch an. Das begrüßte die Schiri GmbH.

Gegenüber der »Bild«  meldete sich der Stadionsprecher Trippel zu Wort und zeigte sich reumütig. »Die Aussagen waren sehr emotional von mir. Aber nach einer Nacht drüber schlafen, sehe ich ein, dass man das sicher nicht zu oft machen sollte. Bei allen, die sich angegriffen fühlen, entschuldige ich mich.«

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Der DFB äußerte sich zugleich zu den strittigen Szenen. Beim möglichen Handspiel von BVB-Verteidiger Yan Couto spreche aus Sicht der Schiri GmbH »deutlich mehr« für eine strafbare Bewertung, eine VAR-Intervention wäre daher angebracht gewesen. Die Eingriffe des VAR bei der Roten Karte gegen Simpson-Pusey sowie bei einem zunächst gegebenen Foulelfmeter in der 66. Minute seien dagegen korrekt gewesen.

luc/sid