SpOn 18.05.2026
11:13 Uhr

(+) Therapie mit Tieren: Pflegerin arbeitet mit Hunden, Katzen, Alpakas und Schnecken


Lisa Parringer, 36, arbeitet als Pflegerin in einer Psychiatrie mit schwer kranken Patienten. Ihre wichtigsten Kollegen: Hunde, Katzen, Alpakas und Schnecken. Die Geschichte eines Jobs, der ohne Tiere nicht gelingen würde.

(+) Therapie mit Tieren: Pflegerin arbeitet mit Hunden, Katzen, Alpakas und Schnecken
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»Dieses Lächeln werde ich nie vergessen. Es kam von weit her und war plötzlich da. 2018 brachte ich zum ersten Mal meinen Hund mit in die beschützt geführte Abteilung des Bezirkskrankenhauses Passau, einer Außenstelle des Bezirksklinikums Mainkofen. Ich arbeitete dort als Gesundheits- und Krankenpflegerin, und als sich Elfie zu einer Patientin setzte, huschte ein Zauber über ihr von Demenz gezeichnetes Gesicht. Keine Regung hatte die Frau bisher gezeigt, sie war für uns unerreichbar gewesen. Und dann streckte sie plötzlich ganz von sich aus ihre Hand aus, streichelte meinen rumänischen Straßenhund – und lächelte.

SPIEGEL WISSEN 1/2026

Wie fühlst du dich?

Gefühle zeigen uns, was wir brauchen. Doch wie geht man gut mit ihnen um? SPIEGEL WISSEN hilft dabei, die eigene emotionale Kompetenz zu verbessern.

Schon vorher hatte unser Klinikum mit tiergestützter Therapie begonnen, hier und da Vierbeiner eingesetzt. Auf meiner damaligen Station waren die Türen geschlossen. Dorthin kommen Leute, die eine Gefahr für sich oder für andere sind. Und wir merkten, wie gut ein Tier ihnen tun kann. Seitdem bauten wir unsere Angebote immer mehr aus, und nun arbeite ich ausschließlich in der Koordination unserer fünf Hunde, vier Katzen, zehn Alpakas und 25 Achatschnecken, die wir selbst halten. Unsere Einrichtung hat 27 Stationen mit 592 Betten.

Besonders die Schnecken eignen sich, weil sie in Terrarien auf drei Stationen leben; sowas wäre Säugetieren nicht zuzumuten. Achatschnecken sind zehn bis 20 Zentimeter lang. Lege ich sie auf die Hand, spüre ich ihre Muskelbewegungen und ihre Feuchtigkeit, wie sie meine Körpertemperatur annehmen – und ich kann ihnen zuhören, wenn sie an einem Salatblatt knuspern.

Das kann beruhigen. Und macht zuweilen eine Tablette überflüssig. Tiere haben oft einen leichteren Zugang zu den Patienten als wir Menschen. Sie haben sie nicht enttäuscht, und sie sind ehrlich. All dies lenkt die Patienten von negativen Gedanken ab. Oder es löst ihre Zunge: Manchmal, wenn eine Katze mit ihnen kuschelt, fällt es ihnen leichter, über ihre Traumata zu sprechen.

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