SZ 05.10.2026
11:53 Uhr

Schweden: Medizin-Nobelpreis: Zwei Deutsche Preisträger


Peter Hegemann und Georg Nagel sowie der US-Forscher Karl Deisseroth werden für ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik ausgezeichnet.

Schweden: Medizin-Nobelpreis: Zwei Deutsche Preisträger

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Amerikaner Karl Deisseroth. Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte.

Hegemann forscht an der Humboldt-Universität Berlin, Nagel an der Universität Würzburg. Die Forscher erhalten jeweils ein Drittel des Preisgelds von umgerechnet rund einer Million Euro. „Die Optogenetik bietet Möglichkeiten, das Gehirn auf eine Weise zu kartieren, von der wir früher nur träumen konnten“, erläuterte der Vorsitzende des Nobelkomitees Per Svenningsson.

Optogenetik ist eine Methode, mit der sich Zellen - meist Neuronen - mithilfe von Licht präzise ein- oder ausschalten lassen. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe gezielt zelluläre Aktivität zu steuern. Der Nobelversammlung zufolge lässt sich durch Optogenetik zeigen, wie Nervenzellen im lebenden Gehirn Erinnerungen, Gefühle und Verhaltensweisen prägen. Die Preisträger hätten den Grundstein für eine neue Ära in den Neurowissenschaften gelegt. Mittlerweile lässt sich das Verfahren bereits therapeutisch nutzen - etwa in der Augenmedizin.

Die Auszeichnung markiert den Beginn einer Woche, in der in Stockholm und Oslo die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger verkündet werden. Außerdem werden die Nobelpreise für Physik (6.10.), Chemie (7.10.), Literatur (8.10.), Frieden (9.10.) bekanntgegeben. Am Montag kommender Woche folgt der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften (12.10.). Letzterer wird erst seit 1969 verliehen und geht als einziger der Preise nicht auf den schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurück.

Die übrigen Preise feiern in diesem Jahr einen besonderen Geburtstag: Sie werden 125 Jahre alt. 1901, fünf Jahre nach dem Tod des Preisstifters Alfred Nobel, wurden die Auszeichnungen zum ersten Mal vergeben.

2025 hatten sich mit Mary Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi drei Wissenschaftler aus Japan und den USA den Nobelpreis für Medizin für ihre Forschung zum Immunsystem geteilt. Ihre Entdeckungen helfen bei der Entwicklung neuer Therapien.

Dotiert sind die begehrten Auszeichnungen in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen – umgerechnet rund einer Million Euro – pro Preiskategorie. Überreicht werden sie am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, dem 10. Dezember, in Stockholm und Oslo.

Sie legen sich mit mächtigen KI-Konzernen und Regierungen an: Der Alternative Nobelpreis ehrt Frauen und von Frauen geführte Organisationen, die mutig für eine Umverteilung der Macht kämpfen.

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