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29.09.2026
15:45 Uhr
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Der Protz-Prinz gibt sich bodenständig, ein Schlagersänger nimmt ein Schaumbad – und der Ministerpräsident tauscht kurz die Rollen mit seiner Tochter.

Der Mann hat schon ganz andere Auftritte auf dem Oktoberfest hingelegt. Frédéric von Anhalt hält eine Ruinart-Flasche in die Kamera und lächelt unter seiner Gucci-Kappe, das war zum Beispiel das Image vom Vorjahr. Diesmal kommt der neunte Ehemann von Zsa Zsa Gabor verhältnismäßig unscheinbar auf die Wiesn (neben ihm Dirndldesignerin Astrid Söll). Der 83-Jährige hieß bürgerlich vor langer Zeit einmal Hans-Robert Lichtenberg und firmierte unter Sauna-König, weil er ebensolche betrieb. Aber seit nunmehr 46 Jahren hat der Mann ein „von“ im Namen, nämlich seit er 1980 gegen Gebühr adoptiert wurde. In diesem Jahr trägt der Mann keine Insignien von Reichtum, er kommt im Gegenteil ganz hemdsärmelig rüber, zumindest beim Wiesn-Lunch des Schlagerpärchens Marianne und Michael, frei nach deren Hit aus dem Jahr 1991, als der Sauna-König schon elf Jahre adoptieradelig war: „Der Bua passt nur in d’Lederhosen nei“.
Im vergangenen Jahr setzte nicht nur der Adoptivadel auf Luxus-Accessoires, wie in dieser Kolumne zu erfahren war, es gab auch Besucher des Fests, die nicht durch unmittelbare oder digitale Prominenz auf sich aufmerksam machten, sondern durch fotografisch sichtbare Albernheiten. Sprünge zum Beispiel lagen hoch im Kurs. Nun schafft es in diesem Jahr Gregor Glanz in diese Rubrik. Jemand, der im Stehen über seinem Bier eingeschlafen zu sein scheint, das ist selbst für den promimäßig schon recht mitgenommenen Kolumnisten neu. Der Mann ist Schlagersänger und geübter Alleinunterhalter.
Der ehemalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (re.) hat sich offenbar den Terminplan sämtlicher Ex-Fußballer angesehen und festgestellt, dass am Montag wirklich niemand auf der Wiesn zu sein schien. Das geht natürlich nicht. Also folgte auch Niersbach Marianne und Michaels Einladung mit dem Titel „Frohes Herz“ in die Wildstuben. Auch wenn der ehemalige Funktionär aus dem Kreis Grevenbroich sich den hiesigen Getränke-Massen nicht hingeben will. Sein Nebenmann Peter Heidecker entstammt der Investment-Branche. Vielleicht hat er dem adoptierten Prinzen ja geraten, mehr in ein bodenständiges Image zu investieren.
Verkehrte Welt. Der Papa fährt Achterbahn, die Tochter geht gediegen ins Zelt? Gloria Burkandt, Tochter von Markus Söder, kommt am Montag auf den Promibalkon der Wiesn, der längst als Geranien-Catwalk bekannt ist, auch wenn die Blumen im Hintergrund nach zehn Tagen Wiesn nur noch für Botaniker und Menschen mit zwei grünen Daumen identifizierbar sind. Während also die Tochter mit akkurat gebundener Schleife das Käferzelt besucht, ist der Vater zu Werbezwecken ebenfalls zugegen und fährt zur Bewerbungsbewerbung der Stadt München für Olympia die (auch dem Käferzelt) nahe liegende Achterbahn Olympia-Looping.
Am Abend sind alle wieder auf ihren angestammten Plätzen. Söder und seine Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sitzen bei einem Masserl ebenfalls bei Käfer, gemeinsame Fotos mit Tochter Gloria sind bislang nicht gesichtet worden, vielleicht wollte Burkandt ja zur Abwechslung abends mal die Fahrgeschäfte besuchen.
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