Eigentlich müsste sie Gilda heißen, diese Oper um eine Heldin, eine Heilige, die umgeben ist von Kleingeistern, Egoisten, Intriganten, Verbrechern. Auch Gildas Vater Rigoletto, der kleinwüchsige Narr am Hof von Mantua, gehört zu dieser Choruslinie von Männertypen, die sich allesamt durch Gewalt definieren. Bei Rigoletto ist es der Rachewahn, den Gilda durchbrechen will, beim Herzog von Mantua die sexuelle Gier, verbunden mit Größenwahn. Dazu gesellen sich Heerscharen von unwichtigen bösartigen Menschen, Höflinge, Intriganten, Grafen, Barone – und der Berufskiller Sparafucile. Er wird am Ende sein Werk verrichten, aber nicht so, wie sein Auftraggeber Rigoletto sich das vorgestellt hat.
