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16.07.2026
14:24 Uhr
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Im Sommer 2018 bricht in Genua eine Autobahnbrücke zusammen, 43 Menschen sterben. Der Hauptangeklagte im Prozess sitzt bereits im Gefängnis – wegen eines Unglücks auf einer anderen Autobahn.

2018 kamen beim Einsturz des Ponte Morandi 43 Menschen ums Leben. Antonio Calanni/dpa
Acht Jahre nach dem tödlichen Einsturz einer Autobahnbrücke im norditalienischen Genua ist der Hauptangeklagte zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der Hafenstadt sprach den früheren Chef von Italiens Autobahngesellschaft schuldig. Der 66-jährige Mann sitzt wegen eines tödlichen Busunglücks auf einer anderen Autobahn bereits im Gefängnis.
In Genua war am 14. August 2018 um 11.36 Uhr die Brücke Ponte Morandi, die mitten durch die Stadt führte, plötzlich eingestürzt. Auf einer Strecke von 200 Metern brach die Fahrbahn nach unten. Autos und Lastwagen wurden 45 Meter in die Tiefe gerissen. 43 Menschen kamen ums Leben. Grund war nach einem Expertenbericht, dass die 1967 eröffnete Schrägseilbrücke wegen mangelhafter Wartung schwere Schäden hatte. Der Prozess gegen insgesamt 57 Beschuldigte dauerte vier Jahre.
Bei der Katastrophe starben nicht nur Autofahrer, die auf der Brücke waren, sondern auch mehrere Menschen am Boden. Sie wurden von herabstürzenden Betonteilen erschlagen. Zudem gab es 16 Verletzte. Etwa 600 Anwohner verloren ihr Zuhause. Mehrere Häuser mussten abgerissen werden, weil sie unter akut einsturzgefährdeten Brückenpfeilern lagen. Die restlichen Teile des Ponte Morandi wurden schließlich kontrolliert gesprengt.
Seit August 2020 steht an derselben Stelle eine neue Brücke, die von dem aus Genua stammenden Stararchitekten Renzo Piano entworfen und in Rekordzeit erbaut wurde. Auf ihr sind 43 Lichtmasten – ein Mast für jedes Todesopfer.
Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den Mann 18 Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Sie legte dem einstigen Top-Manager zur Last, bereits seit 2009 von Mängeln gewusst zu haben. Die Anklage beschrieb ihn als Alleinherrscher, der das Unternehmen wie sein „Königreich“ geführt habe. Wichtiger als eine sichere Infrastruktur sei ihm der Profit gewesen. Die Verteidigung hingegen sprach von einem nicht erkennbaren Konstruktionsfehler an einem der Pfeiler. Der Verurteilte selbst sagte: „Ich fühle mich verantwortlich, aber nicht schuldig.“
Trotz des massiven öffentlichen Drucks trat er als Chef der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia (Aspi) erst ein Jahr nach der Katastrophe zurück – gegen eine Abfindung von 13 Millionen Euro. Inzwischen wurde er bereits wegen eines anderen Unglücks auf einer Aspi-Autobahn zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dabei kamen 2013 in Süditalien 40 Menschen ums Leben, als ein Bus auf einer Brücke durch die Leitplanken brach.
Auch in Genua setzte Rost der Ponte Morandi am Hafen zu. Von Problemen wurde oft gewarnt. Dann brach die Brücke zusammen.
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