SZ 17.06.2026
16:54 Uhr

Energiewende: Wenn ein See das Haus heizt


Ein Dorf in Hessen speichert Sonnenwärme in einem künstlichen See und will damit den Winter überstehen. Die Idee hat Potenzial – doch wie gut funktioniert das in der Praxis?

Energiewende: Wenn ein See das Haus heizt
Der Erdbeckenspeicher soll ein grundlegendes Problem der Energieversorgung lösen: Im Sommer gibt es Wärme im Überfluss, im Winter muss sie aufwändig erzeugt werden. KEEA Klima

So viel Wasser wie elf olympische Schwimmbecken fasst der künstliche See, den Bauarbeiter nahe dem mittelhessischen Dorf Bracht angelegt haben. Das Bassin dient aber nicht der Abkühlung im Sommer, sondern der Wärmeversorgung im Winter: Der See speichert Sonnenwärme, die eine große Solarthermieanlage auf einer benachbarten Freifläche erzeugt. Ein schwimmender Dämmdeckel, mehr als einen halben Meter dick, hält das Wasser warm. Auf 88 Grad heizen die Kollektoren das Becken im Sommer auf. Der See gibt die Wärme dann nach und nach an ein Fernwärmenetz ab, das einen Großteil des Dorfs versorgt. Derzeit verlegen Arbeiter die letzten Leitungen. „Wir werden voraussichtlich rund 70 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs unserer Abnehmer mit Solarwärme decken können“, sagt Helgo Schütze. Er ist Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft Solarwärme Bracht, die die Anlage gebaut hat und nun betreibt.

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