SZ 19.05.2026
14:28 Uhr

Energiekrise in der Ukraine: „Das kann man nicht in Seminaren lernen“


Raketen auf Kraftwerke, Drohnen auf Stromleitungen, kalte Wohnungen im Winter: Seit vier Jahren lernt die Ukraine, was ein Krieg gegen die Energie-Infrastruktur bedeutet. Und wie man sie repariert.

Energiekrise in der Ukraine: „Das kann man nicht in Seminaren lernen“
Eine Energieanlage in der Ukraine. Russland greift gezielt die Energieinfrastruktur an. ROMAN PILIPEY/AFP

Maksym Timtschenko könnte ein müder, ausgelaugter Manager sein, aber er ist es nicht. In den vergangenen vier Jahren hat Timtschenko, Chef des ukrainischen Energieversorgers DTEK, 36 Blackouts erlebt. 36-mal brach die Stromversorgung zusammen, 36-mal mussten Leitungen repariert werden, 36-mal die Versorgung wieder hochgefahren werden. „Wir wissen, was das bedeutet“, sagt er. „Und unsere Leute müssen motiviert bleiben, es wieder und wieder zu tun.“ Zwischen 80 und 90 Prozent der Anlagen seien inzwischen viermal Ziele russischer Angriffe geworden. „Viermal haben wir sie repariert“, sagt Timtschenko. „Das kann man nicht in Seminaren lernen. Das ist Lebensalltag.“ Aber jetzt sei die Zeit gekommen, dass andere an den Erfahrungen teilhaben.

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