SZ 18.03.2026
16:29 Uhr

Diplomatie: Lieber Donald, als Krieger bist du erst mal allein


Der Kanzler bekräftigt sein Nein zum Krieg gegen Iran, verspricht den USA aber Hilfe für die Zeit danach. Ob dies genügt, um den verstimmten US-Präsidenten zu besänftigen, ist unklar.

Diplomatie: Lieber Donald, als Krieger bist du erst mal allein
Wie sagt man's am besten? Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag auf dem Weg zu seiner Regierungserklärung im Bundestag. Maryam Majd/Getty Images

Anfangs hat Friedrich Merz gut die Balance gehalten zwischen dem notwendigen Umschmeicheln eines selbstsüchtigen US-Präsidenten und der ebenso essenziellen Notwendigkeit, die Selbstachtung zu bewahren. In jüngster Zeit allerdings gelingt es Merz nicht mehr so gut, was weniger an ihm liegt denn an Trumps irrlichternder Rücksichtslosigkeit. So zog sich der Kanzler erst eine Rüge aus Madrid zu, weil er im Oval Office nicht widersprochen hatte, als Trump gegen Spanien wütete. Nun wiederum ist der US-Präsident beleidigt, weil ihm die Europäer militärische Hilfe in der Straße von Hormus versagen. Trump hat seine Aufforderung, die von Iran blockierte Schifffahrtsroute gemeinsam freizubekommen, zu einem Loyalitätstest erklärt. Er wird nicht vergessen, dass die Deutschen deutlich Nein gesagt haben.

Bundeskanzler Merz spricht in seiner Regierungserklärung angesichts aktueller Krisen vom großen Machtpotenzial Europas. Immerhin in einer Sache bekommt der Kanzler Zuspruch von der Opposition: für seine Haltung zum Iran-Krieg.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: