SZ 17.08.2026
14:49 Uhr

Deutschland: Wir können ja doch noch was


Eine Botschaft kunstfertiger Leichtathleten ins verzagte Jammerland: wie man allen Ballast von sich schleudert und danach noch zu erhellenden Gesprächen imstande ist.

Deutschland: Wir können ja doch noch was

Auch schon wieder einen Monat her, dass bei der auf Hochglanz gewienerten Fußball-WM in Nordamerika das Finale angepfiffen wurde. Trotz allen Bombasts – ein Turnier zum Vergessen, nicht nur für deutsche Fußballfreunde, deren Herzensmannschaft schon im Sechzehntelfinale rausgeflogen war. Was für ein bemerkenswerter Kontrast war da die gerade zu Ende gegangene Leichtathletik-EM, ausgetragen in der des Hochglanzes unverdächtigen englischen Industriestadt Birmingham. Und – leider – vor bisweilen leeren Rängen, weil die Ticketpreise zu ehrgeizig veranschlagt waren. Vor dieser keineswegs permanent strahlenden Kulisse haben die deutschen Sportler allerdings den denkbar besten Eindruck hinterlassen: 21 Medaillen, sechs goldene darunter. Und eine Botschaft an das Publikum daheim im verzagten Jammerland: Wir können ja doch noch was. Zum Beispiel Speere, Hämmer und Disken ganz weit werfen. Eine auch auf den TV-Zuschauer befreiend wirkende Kunstfertigkeit: als schleuderte jemand allen Ballast von sich.

„Die Strecke war furchtbar“: Amanal Petros gewinnt auf dem komplizierten Marathon-Kurs von Birmingham den EM-Titel – und berichtet hinterher von seinen Einreiseproblemen nach England.

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