SZ 26.06.2026
08:32 Uhr

Crispr: „Da kann man schon vorsichtig von einem Durchbruch sprechen“


Die Gen-Schere Crispr galt als Revolution in der Medizin. Doch an menschlichen Embryonen scheiterte sie bislang. Mehrere Studien zeigen nun, wie weit diese Methode tatsächlich gekommen ist.

Crispr: „Da kann man schon vorsichtig von einem Durchbruch sprechen“
Sechs Tage alte Embryonen: Lilafarbene Zellen werden zur Plazenta, gelbe zum Dottersack, hellblaue später zum Körper. Links ist ein normal entwickelter Embryo zu sehen, rechts wurde der Entwicklungsregulator Nanog ausgeschaltet – der Embryo kann sich nicht mehr entwickeln. Katarina Harasimov, Oliver Bower and Kathy Niakan, Loke Centre for Trophoblast Research, University of Cambridge.

In kaum eine Behandlungsmethode ist in den vergangenen Jahren so viel Hoffnung gelegt worden wie in die Gen-Schere Crispr/Cas. Als die Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier und die Biochemikerin Jennifer Doudna sie 2012 vorstellten, schien die Heilung von Erbkrankheiten nur noch eine Frage der Zeit. Crispr galt als molekulares Werkzeug, um defekte Gene präzise herauszuschneiden und durch gesunde zu ersetzen. Doch ausgerechnet dort, wo die Technik am meisten bewirken könnte, scheiterte sie bislang: an Embryonen. Als die Entwicklungsbiologin Kathy Niakan 2017 erstmals Crispr an menschlichen Embryonen einsetzte, schien es zunächst zu funktionieren. Doch weitere Studien zeigten das Problem: Die Schere schnitt zu grob, Chromosomen zerbrachen, Erbgut ging verloren, Embryonen entwickelten sich nicht.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: