Dafür, dass Volkswagen nur wenige Stunden später katastrophal schlechte Zahlen vorlegen wird, wirkt Konzernchef Oliver Blume am Montagabend erstaunlich gut gelaunt. Er redet über seine früheren Camping-Urlaube im VW-Bulli, die guten alten Zeiten eben. Erst danach wird es ernst und Blume liest von einem Blatt Papier Dinge ab, die er so ähnlich eigentlich schon oft gesagt hat: Wo der Konzern gerade steht, wo er vor drei Jahren stand, als er als Vorstandschef übernommen hat, ein kleiner Abriss seiner Arbeit. So eine Veranstaltung gibt es jedes Jahr, immer am Abend vor der Bilanz-Pressekonferenz. Und doch, trotz aller Routine: Blumes Sprechzettel ist voll mit gelbem Textmarker und Kugelschreiber-Gekritzel. Als habe er noch mal intensiv geübt, was er sagen will.
