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03.06.2026
22:56 Uhr
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Der Bundesregierung gelingt es bei den Wahlen zum UN-Sicherheitsrat nicht, die dazu nötigen Stimmen einzusammeln. Und das Ausmaß des Misserfolgs ist so groß, dass Beschönigung sich verbietet. Er hat vor allem zwei Väter.

Sie haben verloren: Bundeskanzler Friedrich Merz (links) und sein Außenminister Johann Wadephul, hier im September 2025 im Auswärtigen Amt in Berlin. RALF HIRSCHBERGER/AFP
Ein Gutes hat die deutsche Niederlage bei den Vereinten Nationen. Sie ist in ihrem Ausmaß so groß, so deutlich und so schmerzhaft, dass sich jede Beschönigung verbietet. Ein knappes Resultat hätte dem Selbstbetrug Vorschub geleistet und Ausflüchte aller Art begünstigt. Deutschland aber hat den Einzug in den UN-Sicherheitsrat so krachend verpasst, dass der Misserfolg als außenpolitisches Gesamtkunstwerk betrachtet werden muss. Der Außenminister, der Bundeskanzler, aber auch die Bundesrepublik als Land müssen ein Misstrauensvotum der Weltgemeinschaft zur Kenntnis nehmen. Das ist eine bittere und vergleichsweise neue Erfahrung. Einen guten Zeitpunkt gibt es dafür nicht, aber zu einem schlechteren hätte sie nicht kommen können.
An der deutschen Abstimmungsniederlage gegen Portugal und Österreich bei der Wahl in den Sicherheitsrat will der Außenminister nicht schuld sein. In New York muss er sich der Frage stellen: Wer dann?
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