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30.07.2026
13:59 Uhr
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In Spanien und Frankreich können viele Menschen nach Waldbränden zurück in ihre Häuser. Doch neue Feuer werden gemeldet. Auf Kreta kämpfen Feuerwehrleute gegen Sturmböen und Flammen. Es brennt auch in der Türkei.

Während sich die Waldbrandlage an der französischen Atlantikküste sowie in der Region rundum Spaniens Hauptstadt Madrid entspannt, kämpfen Einsatzkräfte in anderen Teilen Südeuropas weiter gegen neue Feuer. Hohe Temperaturen, Trockenheit und teils stürmische Winde erschweren die Löscharbeiten. Auf der bei deutschen Urlaubern beliebten Mittelmeerinsel Kreta starben Feuerwehrleute.
An der französischen Atlantikküste können weitere 84 000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause. Insgesamt 224 000 Menschen waren in der Region in Sicherheit gebracht worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60 000 Menschen in drei Gemeinden zurückkehren, die zuvor in Sicherheit gebracht wurden. Auch in Südfrankreich und im Burgund kämpfen die französischen Einsatzkräfte weiter gegen Naturbrände.
Unter den Menschen, die wegen der Brände aus ihren Häusern mussten, sind nach Medienberichten auch der Hollywood-Star George Clooney („Syriana“) und seine Familie. Sie hätten ihr Anwesen in der südfranzösischen Gemeinde Brignoles verlassen, berichteten unter anderem die US-Magazine „People“ und „Us Weekly“.
Ein erneutes Feuer wurde auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet, wo es vor zwei Wochen bereits gebrannt hatte.
Hessen und NRW melden den historisch trockensten Monat. Laut RKI sind in diesem Jahr bereits 10 000 Menschen hitzebedingt gestorben, mehr als in jedem einzelnen Jahr seit 2016.
Nach der Entspannung bei den verheerenden Waldbränden rund um Madrid hat Ministerpräsident Pedro Sánchez den nationalen Notstand aufgehoben. Die Brände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt, die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben.
Erleichterung gab es auch aus der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia breitet sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Auch dort hatten Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen. Insgesamt erfassten die Flammen dort 9300 Hektar.
Damit scheint die schlimmste Waldbrandlage seit Jahrzehnten vorerst unter Kontrolle. Allein in der Provinz Ávila zerstörten die Flammen rund 50 000 Hektar Wald- und Buschland – nach Behördenangaben war es der größte Waldbrand seit Beginn der amtlichen Erfassung 1968.
Angesichts einer neuen Hitzewelle mit extremen Temperaturen rief Sánchez die Bevölkerung dennoch zu besonderer Vorsicht auf. Mehrere der schwersten Brände seien durch Unachtsamkeit verursacht worden.
Trotz der Entspannung an den größten Brandherden lodern in Spanien weiter Waldbrände. Nach Angaben des staatlichen Senders RTVE brachen neue Feuer im Nordwesten des Landes in der Provinz León sowie in einem Naturpark der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal aus. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner seien dort bis Donnerstagmorgen zwölf Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt worden, meldete der Rundfunk. Rund 1000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer allerdings die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit.
Der Waldbrand im Süden der griechischen Insel Kreta wütet weiter. Starke Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 125 Kilometern pro Stunde würden den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern erschweren, teilte der griechische Wetterdienst (EMY) mit. Mit einer Abschwächung der Winde wird erst am Wochenende gerechnet. „Es stehen uns schwierige Tage bevor“, sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Fernsehsender ERT.
Auf Kreta kamen bislang zwei Feuerwehrleute ums Leben, ein weiterer starb auf der Halbinsel Peloponnes. Aus der Region des beliebten Ferienortes Agia Galini an der Südküste Kretas wurden mehr als 8000 Menschen in Sicherheit gebracht. Am Donnerstag konnten Urlauber nach Angaben von Reportern vor Ort zurückkehren.
Im Vergleich zu Spanien und Frankreich blieb Griechenland in diesem Sommer bislang von großflächigen Waldbränden weitgehend verschont. Behörden führen das unter anderem darauf zurück, dass langanhaltende Hitzewellen bislang ausblieben und der Brandschutz nach den verheerenden Feuern der vergangenen Jahre deutlich ausgebaut wurde. Dafür stehen 85 Löschflugzeuge und -hubschrauber bereit. Zudem sollen mehr als 100 Drohnenbasen Brände frühzeitig erkennen, vier eigens für die Brandbekämpfung entwickelte Satelliten überwachen besonders trockene Wald- und Buschgebiete.
Doch die Brände auf Kreta zeigen nach Einschätzung der Behörden, dass selbst moderne Technik und zusätzliche Löschflugzeuge an ihre Grenzen stoßen, wenn Sturmböen die Flammen anfachen und Löscheinsätze aus der Luft kaum möglich sind.
Auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit Brände in den Provinzen Antalya, Muğla und Balıkesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Muğla hinzugekommen.
In Frankreich und Spanien mussten insgesamt mehr als 300 000 Menschen ihre Häuser verlassen. Ein Blick von oben zeigt das Ausmaß der Katastrophe.
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