SZ 28.08.2026
12:27 Uhr

(+) Sturzflut Himalaja: Die Zahl der Toten in der Gebirgsregion zwischen China und Nepal steigt weiter


Die Suche nach Überlebenden läuft auf Hochtouren. Doch das Wetter und ein Dammbruch in Tibet erschweren die Rettungsarbeiten.

(+) Sturzflut Himalaja: Die Zahl der Toten in der Gebirgsregion zwischen China und Nepal steigt weiter

Nach der tödlichen Sturzflut-Katastrophe in der Gebirgsregion zwischen China und Nepal ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. In Nepal seien bislang über 538 Leichen geborgen worden, teilte die nepalesische Polizei mit. Viele davon wurden den Angaben zufolge Flussabwärts im Süden Nepals und an der Grenze zu Indien entdeckt. Fünf weitere Tote wurden in China geborgen. Über 1500  Verletzte und Gestrandete konnten gerettet.

„Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir einen vollständigen Überblick über die Vermissten haben, da wir derzeit noch kein klares Bild haben“, sagte Polizeisprecher Abi Narayan Kafle der Deutschen Presse-Agentur. Das könne noch Tage dauern. Laut Polizeiangaben wurden viele Leichen noch nicht identifiziert, auch weil die Körper von der Flut stark beeinträchtigt wurden.

Viele ausländische Touristen werden unterdessen weiter vermisst. Darunter sei auch eine „niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger“, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Eine vierköpfige deutsche Familie konnte bereits gerettet werden. Sie sei mit einem Hubschrauber zu einem Armeecamp in Battar Bazar gebracht worden, sagte ein Armeesprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Nepal hatte die Vermisstenzahl zuletzt mit 977 angegeben. China meldete bislang 558 Vermisste, 260 davon Ausländer. 555 betroffene Touristen sowie 499 Einheimische und Bauarbeiter in Katastrophenregion in Tibet seien in Sicherheit gebracht worden, berichtete Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Nach einem Dammbruch in Tibet besteht Sorge vor einer erneuten Sturzflut. „Wir haben Informationen erhalten, dass auf der tibetischen Seite ein Damm gebrochen ist“, teilte die nepalesische Polizei mit. Das Sicherheitspersonal, Rettungskräfte und die Bevölkerung in der betroffenen Gegend seien gebeten worden, wachsam zu bleiben und sich unverzüglich an einen sicheren Ort zu begeben, hieß es weiter.

Laut Berichten unter Berufung auf die Armee stellten die nepalesischen Rettungskräfte vorübergehend die Arbeit ein. Auch die chinesischen Rettungskräfte hatten in Tibet ihre Such- und Bergungsarbeiten am schwer verwüsteten Grenzposten Gyirong aus Sicherheitsgründen zuvor schon unterbrochen.

Der neu entstandene See hatte bereits am Donnerstag für Bedenken seitens der chinesischen Behörden gesorgt, weil sich darin bereits zwei Millionen Kubikmeter Wasser gesammelt hatten und weiteres Wasser eindrang. Er drohte deshalb, überzulaufen und eine neue Sturzflut auszulösen.

Ob es zu Schäden oder weiteren Verletzten und Toten kam, war zunächst unklar. Das chinesische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, dass an einem See in der Region, der sich nach der Sturzflut am Mittwoch neu gebildet hatte, das Wasser „natürlich abgeflossen“ und der Wasserstand deutlich gesunken sei. Die Gefahr nehme ab, hieß es weiter.

Die Wettervorhersage geht von Niederschlägen in den kommenden drei Tagen aus. Dies und eine mögliche neue Sturzflut könnten die Rettungsarbeiten erschweren, sollten dadurch die Zufahrtswege in das Katastrophengebiet erneut unpassierbar gemacht werden.

Ein Fels- und Eissturz soll die Katastrophe ausgelöst haben. Wie konnte die Flut eine solche Kraft entwickeln – und warum gab es keine Warnungen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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