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04.09.2026
08:50 Uhr
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Nach dem Verfasser des Schreibens wird nun intensiv gefahndet. Er nennt darin weitere mögliche Tatorte, die die Polizei jetzt auf „verdächtige Abschussvorrichtungen“ prüft. Zuerst wurde in Dormagen ein verdächtiger Gegenstand gefunden.

An einem Umspannwerk in Dormagen war ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden.
Jan Ohmen/dpa
Nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf geht die Polizei von einem Sabotagedelikt aus. Den Ermittlern liege ein Bekennerschreiben vor, in dem auch andere – schon öffentlich bekannte – Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt seien, sagte ein Sprecher der Polizei Köln der Deutschen Presse-Agentur.
Außerdem wird ein weiteres Umspannwerk in Weisweiler bei Aachen in dem Schreiben als Tatort genannt, das die Polizei nun auf „verdächtige Abschussvorrichtungen“ prüft. Verfasser des Bekennerschreibens soll ein Mann aus Gevelsberg im Ennepe-Ruhr-Kreis sein. Nach ihm werde derzeit intensiv gefahndet. „Ob es sich bei ihm tatsächlich um einen Tatverdächtigen handelt oder um einen Trittbrettfahrer, muss erst mal geprüft werden“, betonte der Polizeisprecher. Mehrere Medien, etwa der WDR, berichteten, dass in dem Bekennerschreiben als Motiv für die Taten der Kampf gegen fossile Energieträger genannt werde. Dazu machte die Polizei keine Angaben.
In Niedersachsen untersuchten Einsatzkräfte zudem das Gelände an einem Umspannwerk in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg. Weitere Kräfte seien angefordert worden, sagte eine Sprecherin. Details, ob und was Verdächtiges gefunden wurde, gab sie nicht bekannt.
Ein mutmaßlicher Anschlag auf ein Umspannwerk legt Braunkohlekraftwerke in der Nähe von Köln lahm. Der NRW-Innenminister spricht von einem Angriff auf Deutschland.
Die Untersuchungen an dem verdächtigen Gegenstand, den ein Spaziergänger am Donnerstagabend an dem Umspannwerk in Dormagen entdeckt hatte, seien noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise handle es sich dabei um eine „verdächtige Abschussvorrichtung“, sagte der Sprecher in der Nacht.
Beamte überprüften an weiteren Umspannwerken in umliegenden Regionen, ob dort ebenfalls verdächtige Gegenstände platziert worden seien, sagte der Polizeisprecher. Momentan seien mit Ausnahme des Umspannwerks in Bergheim westlich von Köln keinerlei Schäden festgestellt worden. Dort waren am Dienstag Kabel über die Oberleitung verbracht worden, wodurch es zu einem Kurzschluss kam. Im Nachhinein wurden mehrere Abschussvorrichtungen entdeckt.
Einen ähnlichen Vorfall hatte es wenige Stunden zuvor in Südbrandenburg gegeben. Dort war am Dienstagmorgen nahe dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde mit Hilfe selbst gebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen gelenkt worden. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen hierfür wurden gefunden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht. Die Ermittler hatten mitgeteilt, dass sie davon ausgehen, dass die Vorfälle in Bergheim und Jänschwalde auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.
Zu den in diesem Jahr gezählten Fällen gehören manipulierte Stromleitungen und Bahntrassen, aber auch geplante Brandanschläge. Das geht nach Recherchen von NDR, WDR und SZ aus einer internen BKA-Analyse hervor.
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