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20.04.2026
13:26 Uhr
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Wer umziehen will, kennt das Problem: Auf den gängigen Immobilienportalen findet man immer häufiger voll ausgestattete Wohnungen – zu besonders hohen Preisen. Ein Wirtschaftsinstitut hat jetzt eine interessante Auswertung dazu vorgelegt.

In Städten wie Hamburg gibt es auf dem Mietmarkt immer mehr Einschränkungen für Menschen, die eine Wohnung suchen. Marcus Brandt/dpa
Wer sich in den vergangenen Jahren auf die gängigen Immobilienportale gewagt hat, um dort eine neue Wohnung zu finden, wird schnell zwei Dinge festgestellt haben: Die Konkurrenz ist riesig. Und das Angebot? Eher nicht. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW), das regelmäßig Daten zur Entwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt veröffentlicht, hat nun Zahlen vorgelegt, die dieses Gefühl bestätigen: Seit 2015 hat sich das Mietangebot in deutschen Städten deutlich reduziert. In 37 untersuchten Städten, darunter auch die 30 bevölkerungsreichsten im Land, hat sich die Zahl der angebotenen Wohnungen demnach um 22 Prozent reduziert, auf 285 000 reguläre Mietangebote. In einigen Städten ist die Lage noch drastischer: In Münster oder Potsdam betrug der Rückgang sogar 50 bis 55 Prozent.
Auf Portalen wie Immoscout nimmt das Angebot für Mietwohnungen also deutlich ab. In den acht größten Städten Deutschlands machen reguläre Mietinserate nur noch 63 Prozent des Angebots aus.
Gegenläufig ist der Trend aber bei Wohnungen, die möbliert angeboten werden. In den Metropolen hat sich das Angebot für möblierte Wohnungen und Zimmer mehr als verdreifacht. Die Entwicklung läuft zwar auf einem deutlich geringeren Niveau – insgesamt wuchs das Segment in den untersuchten Städten von 12 000 auf 37 000 Inserate – dennoch wird der Anstieg solcher Angebote für Mieterinnen und Mieter zum Problem.
„Wer heute in einer Großstadt über die gängigen Plattformen eine Wohnung sucht, trifft zunehmend auf Konditionen, die vor zehn Jahren noch eine Ausnahme waren“, sagte Jonas Zdrzalek, der beim IfW das Projekt Greix (German Real Estate Index) leitet. Auch Mieterverbände kritisieren die vielen Angebote für möblierte Wohnungen. Hier zeige sich ein „Geschäftsmodell zur Umgehung gesetzlicher Vorgaben“, lässt sich Melanie Weber-Moritz in einer Pressemitteilung zitieren, die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes.
Grundsätzlich ist es so: Möblierte Wohnungen sind keine Ausnahme von der Mietpreisbremse. Auch die Preise dieser Angebote dürfen nur zehn Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete liegen – sofern die Wohnung nicht auf Zeit vermietet ist oder nach 2014 gebaut wurde. Zusätzlich dürfen die Vermieter einen Zuschlag für die Möbel berechnen. Wie hoch der anzusetzen ist, das ist aber gesetzlich nicht genau geregelt.
Deshalb will Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) beim Mieterschutz nachbessern. Ihre Pläne sehen vor, dass Vermieter künftig den Zuschlag für die Möbel transparent machen müssen, außerdem soll dieser „angemessen“ ausfallen. Für eine voll ausgestattete Wohnung soll er nicht höher als fünf Prozent von der Nettokaltmiete liegen dürfen.
Nachschärfen will die Ministerin auch bei befristeten Mietverträgen. Diese will sie nur noch einmalig für sechs Monate ermöglichen – und nur dann, wenn dafür ein besonderer Anlass vorliegt. Die angespannte Lage auf dem Mietmarkt wird Hubig damit wohl aber nicht lösen. Das Ifo-Institut schätzt, dass befristet vermietete möblierte Wohnungen gerade einmal 0,8 Prozent des deutschen Mietmarktes ausmachen.
Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
Die Koalition hat ein wichtiges Versprechen gegeben, Justizministerin Hubig muss es nun umsetzen. Wird sie der Aufgabe gerecht? Eine erste Bilanz.
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