Das Kulturzentrum in einer Stadt in Ostdeutschland wirkt verlassen, der Saal ist staubig. Es ist eine etwas seltsame Umgebung für eine Gruppe junger Ärzte. Aber kein Fremder soll hören, was Luisa Weber und zwei ihrer ehemaligen Kolleginnen und ein Kollege berichten wollen über ihre Erfahrungen am Uniklinikum Magdeburg. Alle vier waren bis vor Kurzem als Assistenzärzte in der Klinik für Neurochirurgie tätig. Sie möchten in diesem Text anonym bleiben, auch Weber heißt eigentlich anders. Zu groß ist die Angst, für immer verbrannt zu sein in der kleinen Welt der Neurochirurgie. Denn die vier werfen dem heutigen stellvertretenden Klinikleiter Machtmissbrauch, Erniedrigungen und sexuelle Übergriffigkeiten vor. Sie haben sich darüber auch bei ihren einstigen Vorgesetzten beschwert. Doch jetzt, einige Monate später, arbeitet keiner der vier Ärzte mehr am Klinikum.
