SZ 28.06.2026
12:22 Uhr

(+) Literatur: Lena Schätte gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis


Die Autorin aus Nordrhein-Westfalen konnte sich gegen 13 Mitbewerber durchsetzen.

(+) Literatur: Lena Schätte gewinnt Ingeborg-Bachmann-Preis
Lena Schätte Marcus Brandt/Marcus Brandt/dpa

Die Deutsche Lena Schätte hat den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis im österreichischen Klagenfurt gewonnen. Das teilte die Jury am Sonntag mit. Die Autorin aus Nordrhein-Westfalen setzte sich bei den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur gegen 13 Mitbewerber durch.

Die Auszeichnung der Stadt Klagenfurt ist dieses Jahr mit 30 000 Euro dotiert. Die 32-jährige Schätte gewann das Wettlesen mit ihrem Text „Was wir tragen“, in dem sie berührend, aber auch schonungslos die Freundschaft zwischen zwei übergewichtigen Hauptschülerinnen schildert, die sich als soziale Außenseiterinnen durchs Leben schlagen. Schätte erhielt auch den Publikumspreis. Der Text sei von „existenzieller Wucht“, sagte Juror Thomas Strässle in seiner Laudatio. Schätte schaffe es, das Thema Ausgrenzung ohne Anklage oder Belehrung zu behandeln. „Es ist ein Fiebertraum“, sagte die Autorin in einer ersten Reaktion auf ihren Sieg.

Voriges Jahr hatte es Schätte mit ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Schätte stammt aus Lüdenscheid und lebt in Altena. Sie arbeitete als Psychiatrie-Krankenschwester, bis sie 2020 ein Studium am deutschen Literaturinstitut Leipzig begann.

Den Kelag-Preis in der Höhe von 15 000 Euro gewann die ungarische Poetin und Performancekünstlerin Kinga Toth für ihren musikalisch gestalteten Text „OstblockMädl“, in dem sie sich mit Arbeitsmigration, Identität und Sprache auseinandersetzt.

Das mehrtägige Wettlesen wird seit 1977 veranstaltet. Zu den bisherigen Gewinnerinnen und Gewinnern des Hauptpreises gehören etwa Sten Nadolny, Sibylle Lewitscharoff, Uwe Tellkamp und Helga Schubert. Voriges Jahr erhielt die österreichische Sprachkünstlerin Natascha Gangl für ihren poetischen Text „DA STA“ („Der Stein“) die Auszeichnung.

Lena Schätte arbeitet als Psychiatriekrankenschwester in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Und hat einen unglaublich guten Roman über das Aufwachsen mit einem alkoholkranken Vater geschrieben – im Café eines Hagebaumarkts. Ein Ortsbesuch.

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