SZ 11.08.2026
10:37 Uhr

(+) Junge AfD-Wähler: Endlich sagt es mal einer


Die Hälfte aller Jugendlichen würde gern ohne soziale Medien aufwachsen – gleichzeitig radikalisieren sich viele dort. Wie passt das zusammen? Erklärungsversuch eines 18-jährigen Erstwählers.

(+) Junge AfD-Wähler: Endlich sagt es mal einer

Wenn in Sachsen-Anhalt am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird, dürfen mehr als 30 000 junge Menschen in dem Bundesland zum ersten Mal ihre Kreuze machen. Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr stimmten dort knapp 39 Prozent der 18- bis 24-Jährigen für die AfD. Der MDR zitierte kürzlich eine 18-jährige Erstwählerin aus Coswig, die sagte: „Ich glaube, dass es Frust ist. Dass man merkt: Ich habe Zukunftsängste, und die bisher regierenden Parteien machen nichts für mich.“ Kriege, Arbeitsplatzungewissheit und die Nachwirkungen der Pandemie sind Treiber von Unsicherheit, und die weiß die AfD wiederum für sich und ihre politischen Ziele zu nutzen, vor allem mit ihrer Social-Media-Strategie – so die gängige Erklärung von Politik- und Sozialwissenschaftlern. Doch was genau verfängt daran so sehr? Jonathan Ziem, 18, lebt in einer westdeutschen Großstadt, macht im kommenden Jahr Abitur – und würde nicht die AfD wählen. Er kennt aber Menschen in seinem Alter, die das bei nächster Gelegenheit tun wollen. Wir haben ihn gebeten, sich die Social-Media-Strategie der AfD anzusehen und zu erklären, warum sie bei jungen Menschen so gut funktioniert.

Die Flüsse versiegen, die Wirtschaft leidet, Menschen sterben an der Hitze. Und niemand protestiert. Niemand? Vor dem Kanzleramt trifft sich ein Häuflein Aufrechter. Haben sie Antworten auf die Krise und die Passivität der Massen?

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