SZ 25.06.2026
19:52 Uhr

(+) Fußball-WM: Auf wen trifft Deutschland im Sechzehntelfinale?


Das Team von Julian Nagelsmann steht als Gruppensieger fest. Aber wer Gegner in der nächsten Runde wird, ist ein Fall für den Computer – es gibt immerhin zwei klare Favoriten.

(+) Fußball-WM: Auf wen trifft Deutschland im Sechzehntelfinale?
Könnte einen stressigen Sonntag vor sich haben: Bundestrainer Julian Nagelsmann. Alexander Hassenstein/Getty Images via AFP

Schon vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Ecuador stand fest, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trotz 1:2-Niederlage als Gruppensieger das WM-Sechzehntelfinale am Montag um 22.30 Uhr MEZ in Boston spielt. Aber wegen wen? Tja, gute Frage.

Es ist kompliziert. Deutschland wird gegen einen der acht besten Gruppendritten spielen, genauer: gegen einen der Dritten aus den Gruppen A, B, C, D und F. Gegner aus hinteren Gruppen sind ausgeschlossen, weil die teilweise erst am Samstag ihre finale Vorrundenpartie absolvieren und nicht schon am Montag wieder spielen können. Welcher genau es wird, wird aber mit Sicherheit erst am europäischen Sonntagmorgen feststehen, weil es davon abhängt, welche acht Gruppendritten der insgesamt zwölf Gruppen sich genau qualifizieren. Die Fifa hat dazu sage und schreibe 495 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten veröffentlicht.

Weiß man also gar nichts? Doch. Das liegt zum Beispiel an Bosnien-Herzegowina. Die stehen als Dritter der Gruppe B mit vier Punkten bereits als einer der acht besten Gruppendritten fest. Dadurch fallen von 495 Kombinationen zum Beispiel alle Möglichkeiten raus, in denen sich der Dritte der Gruppe B nicht qualifiziert. Auch Schweden (Gruppe F) und Ecuador (Gruppe E) sind sicher in der nächsten Runde. Von den verbleibenden Möglichkeiten sehen nun alle vor, dass Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale auf die USA trifft. Das Team um Edin Dzeko fällt damit als deutscher Gegner schon mal weg.

Bleiben die möglichen Gruppendritten A, C, D und F, genauer: Südkorea, Schottland, Paraguay oder Australien und Schweden. Es gibt Simulatoren, die alle Parameter berücksichtigen und auch die möglichen Ergebnisse einkalkulieren. Diese Programme, etwa das der New York Times, spucken als Ergebnis aus, dass der wahrscheinlichste deutsche Gegner aus Gruppe D kommt: Paraguay oder Australien. Für Paraguay errechnet die Maschine eine Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent. Für Australien 28 Prozent. Schweden, das nach dem finalen Spieltag der Gruppe F sicher als Dritter in die nächste Runde einzieht, spielt mit einer Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent gegen Deutschland, aber zu 76 Prozent gegen Frankreich oder Norwegen. Australien und Paraguay spielen am Freitag um 4 Uhr deutscher Zeit gegeneinander um die Plätze zwei und drei ihrer Gruppe.

Aber Obacht: Die Modelle arbeiten mit Gewinnwahrscheinlichkeiten, und kein Computer hielt etwa den 1:0-Sieg der Südafrikaner gegen Südkorea für besonders erwartbar. Nach dem Spiel passten die Modelle ihre Vorhersagen schnell an.

Wenn es schlecht läuft, wird es für alle Beteiligten jedenfalls sehr stressig. Die Gruppenphase endet mit den Spielen Algerien gegen Österreich und Jordanien gegen Argentinien gegen 6 Uhr europäischer Zeit am Sonntag. Ab dann haben Julian Nagelsmann und sein Trainerteam mehr oder weniger nur 24 Stunden Zeit, um die Mannschaft auf den nächsten Gegner vorzubereiten. In der Realität dürfte es sich lohnen, vorab schon ein paar Spiele von Australien oder Paraguay geguckt zu haben.

Noch stressiger wird es für den Gegner, der ja im schlechtesten Fall erst 40 Stunden vorher sicher weiß, dass er in Boston gegen Deutschland spielen wird. Das dürfte für Teams und vor allem für Fans ein anstrengender Reisetag werden. Aber vielleicht schütteln sich bis dahin die Wahrscheinlichkeiten zumindest so, dass man schon mal einen (stornierbaren) Flug buchen kann.

Deutschland steht bereits sicher im WM-Sechzehntelfinale. Zeit für Rochaden in der Stammelf? Die SZ verrät, wer im weiteren Turnierverlauf die besten Chancen auf Einsatzzeiten hat.

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