SZ 08.09.2026
12:30 Uhr

(+) Film: Der Sommer 2026 beschert den US-Kinos ein Rekordergebnis


Ist das Kino endgültig zurück? Die US-Säle haben ein historisches Einspielergebnis erreicht. Trotzdem sollte man genauer hinsehen.

(+) Film: Der Sommer 2026 beschert den US-Kinos ein Rekordergebnis
Hollywood feiert sich – und guckt dabei nicht ganz genau auf die Methoden der Statistik.
Robert Michael

4,76 Milliarden Dollar: Das ist das Einspielergebnis, das die Kinos der USA in dieser Sommersaison erreicht haben, und es ist ein Rekord. In keinem Sommer zuvor wurde so viel Geld an die amerikanischen Kinokassen getragen wie in diesem. Das berichtet das Branchenmagazin Variety.

Möglich gemacht haben das vor allem zwei Blockbuster: Christopher Nolans „Die Odyssee“ und der Superheldenfilm „Spider-Man – Brand New Day“ vom Regisseur Destin Daniel Cretton. Allein „Spider-Man“ hat in den USA bereits 923 Millionen Dollar eingespielt, weltweit sogar 2,4 Milliarden. „Die Odyssee“ steht momentan bei 589 Millionen in den USA und 1,62 Milliarden weltweit. Außerdem liefen „Toy Story 5“ und „Der Teufel trägt Prada 2“ in den USA sehr erfolgreich, und mit „Backrooms“ und „Obsession“ haben zwei Indie-Horrorfilme ein vor allem jüngeres Kinopublikum in großen Zahlen mobilisiert.

Hat sich das Kinopublikum also nach dem großen Einbruch der Besucherzahlen während der Corona-Pandemie in die große Leinwand zurückverliebt? Ist es wirklich wahr, dass die junge Generation, die „Gen Z“, trotz Streaming und Tiktok wieder richtig gern ins Kino geht?

Ein wenig muss man die gewaltigen Erfolgszahlen einschränken. Zum einen sind sie nicht inflationsbereinigt. Aber bei generell stark steigenden Preisen kosten natürlich auch Kinokarten heute mehr als im bisherigen Rekordjahr 2013, als die Sommer-Blockbuster „Man of Steel“, „Ich – Einfach Unverbesserlich 2“ und „Iron Man 3“ hießen.

Hinter den gestiegenen Preisen verbirgt sich die Wahrheit, dass pro Person weniger Kinotickets verkauft worden sind, verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sind es etwa 30 Prozent weniger. Zieht man die gestiegenen Preise in Betracht, war 2026 laut der New York Times zwar ein gutes, aber nicht das beste Kinosommerjahr.

Außerdem hat 2026 einen kalendarischen Vorteil. In Hollywood wird die Kino-Sommersaison vom 1. Mai bis zum „Labor Day“ gemessen, dem ersten Montag im September. Der fiel in diesem Jahr auf den späten 7. September, was eine ungewöhnlich lange Periode ergibt, sieben Tage länger, als die Saison 2013 war.

Trotzdem darf Hollywood sich freuen: Auch inflationsbereinigt sind die Ticketverkäufe seit dem vergangenen Jahr um 26 Prozent gestiegen.

Viele bekannte Gesichter der Filmbranche fragen sich gerade, ob es Zeit wäre, politisch „Haltung“ zu zeigen. Aber wie geht das eigentlich? Fragen an Emilia Schüle, die sich genau darum bemüht.

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