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04.06.2026
13:23 Uhr
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Erstmals liegen nun alle überlieferten Tagebücher Sophie Scholls in einer Gesamtausgabe vor. Der Mensch, der einem hier begegnet, will nicht recht ins Bild der unerschrockenen Widerstandskämpferin passen.

Ringen um Wahrheit: In ihren Tagebüchern erlebt man Sophie Scholl als nachdenklichen, von Selbstzweifeln gequälten Menschen, dieses Foto entstand 1941. AFP/Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Im Spätherbst 1937 werden die Geschwister Inge, Werner und Hans Scholl verhaftet und sie verbringen einige Zeit im Gefängnis. Ihnen wird „Zugehörigkeit zu einer verbotenen Organisation“ vorgeworfen. Hans Scholl hat zudem ein Verfahren wegen homosexueller Kontakte nach dem berüchtigten Paragrafen 175a am Hals. In den Tagebüchern ihrer Schwester Sophie Scholl aus jener Zeit findet sich dazu: nichts, keine Zeile. Und als ihr Vater Robert Scholl im Sommer 1942 für vier Monate hinter Gitter muss, weil er Hitler als „die größte Gottesgeißel“ bezeichnet hatte, gibt es in Sophie Scholls Notizen lediglich eine Andeutung: Die Tochter erfleht für ihn den Beistand Gottes. Da hat sie selbst nur noch knapp fünf Monate zu leben.
So viel Leben, so viele feine Zeilen: Die Schriftstellerin Dagmar Nick wird 100 Jahre alt. Und ihr zu Ehren erscheinen zwei neue Bücher.
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