Vom Publikum in Amsterdam – seinem Ajax-Publikum – hier und da mit gefälligem Beifall bedacht. Die Annehmlichkeiten seines Comebacks endeten allerdings schlagartig, als in der 13. Minute der Ball in seinem Tor lag und die Stadionregie eine Triumphmelodie mit hämischem Unterton einspielte. Oh weh, dachte da, wer ter Stegen wohlgesonnen war: Beim Eckstoß hatte er relativ unbeholfen und obendrein vergeblich nach dem Ball gegriffen, Oranje bejubelte Virgil van Dijks 1:0. Doch der VAR sorgte für Rehabilitierung. Brian Brobbey hatte den deutschen Torwart blockiert und somit unerlaubt an der Arbeit gehindert; der Treffer wurde zurückgenommen. Ter Stegen reagierte trotzdem nervös auf den Schreckmoment, was sich unter anderem in einem beinahe folgenschweren Fehlpass auf Tijjani Reijnders äußerte. Wiederholte den Fehler kurz vor der Pause auf nahezu identische Art, als er Cody Gakpo den Ball überreichte. Vielleicht spielt er schon zu lang in Holland? Etablierte an diesem Abend eine neue Kunstform: Bügelte mit Paraden Fehler aus, die er zuvor selbst gemacht hatte. Später auch Paraden ohne Fehler. Zum Schluss der starke Rückhalt, der er anfangs noch nicht war.
