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24.07.2026
14:15 Uhr
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Waren die Waffen in den Gräbern von fünf Prinzessinnen aus dem alten Ägypten nur rituelle oder symbolische Beigaben? Spuren an den Knochen zeugen womöglich von etwas Anderem.

Es ist nicht ganz einfach, sich diese ägyptischen Prinzessinnen bildlich vorzustellen. Die Kleidung erschließt sich noch am besten: Zu Lebzeiten, vor etwa 3800 Jahren, trugen die Frauen wahrscheinlich Gewänder aus feinem Leinen und kostbaren Schmuck, denn in ihren Gräbern wurden Arm- und Fußreifen aus Gold und Edelsteinen gefunden, dazu Diademe und Perlen. Mit der Statur und den Gesichtern der Frauen ist es dann schon schwieriger.
Denn die Körper der fünf Prinzessinnen waren zwar einst für die Ewigkeit einbalsamiert worden. Doch als Forscher in den 1890er-Jahren deren Gräber in Dahschur öffneten, lagen nur unvollständige Skelette darin. Später gingen in einem Anatomie-Museum in Kairo auch noch alle ihre Schädel verloren. Als die Archäologin Zeinab Hashesh von der Universität Beni-Suef und ihre Kollegen die Körper nun neu untersuchten, mussten sie sich also mit dem begnügen, was geblieben ist. Und doch fanden sie etwas heraus: Wie sie in der Fachzeitschrift Frontiers in Environmental Archaeology berichten, müssen Noub-Hotep, Ita, Khenmet, Itaweret und (wahrscheinlich) Sathathormeryt, so die Namen der Prinzessinnen, recht sportlich, geradezu muskulös gewesen sein. Und das kam offenbar vom Umgang mit Waffen.
Aus der Luft gegriffen ist das nicht. Denn bei den fünf Frauen hatten die Ausgräber auch Kriegsgeräte gefunden, darunter Pfeile, Flegel und einen prächtigen Bronzedolch.
Hätten diese Waffen in Männergräbern gelegen, hätte das niemanden überrascht. Doch weil sie in Frauengräbern lagen, hatten die Forscher Fragen. Gehörten die Waffen wirklich den Toten? Waren sie vielleicht nur symbolische Beigaben? Tatsächlich ist der Dolch sehr fein gearbeitet. Hatte er eine nur zeremonielle Funktion? Zeigten die Waffen schlicht den Status der Prinzessinnen an?
Die Gruppe um Hashesh dagegen legt etwas anderes nahe. Die Forscher untersuchten unter anderem Muskelansätze und Abnutzungsspuren an den Gebeinen. Und sie stellten fest: Diese Spuren passen erstaunlich gut zu den jeweiligen Beigaben. Wo Pfeile im Grab lagen, zeigen Hände, Arme und Rumpf Verformungen und Verdickungen, die von häufigem Ziehen herrühren können. Ita, in deren Grab der Bronzedolch gelegen hatte, hatte Muskelansätze, die auf einen kräftigen Griff und starke Arme schließen lassen.
Die Forscher stießen auch auf Spuren von Mangelernährung in der Kindheit sowie auf wohl erblich bedingte Fehlbildungen – in den Königshäusern im alten Ägypten kam es häufig vor, dass enge Verwandte miteinander Nachwuchs zeugten. Vor allem bei Itaweret identifizierte das Team zudem verheilte Verletzungen, die von Schlägen herrühren könnten.
Waren die Prinzessinnen also geübte Kämpferinnen? Beweisen können das Hashesh und ihre Kollegen nicht. Auch dass die Frauen mit genau den Waffen hantierten, die in ihren Gräbern lagen, ist nicht ausgemacht. Die Spuren an den Knochen könnten auch von anderen, anstrengenden Tätigkeiten herrühren und nur zufällig zu den Waffen passen. Doch denkbar ist ebenso, dass die Frauen gewohnheitsmäßig zu den Waffen griffen. Sicher ist: Die Dahschur-Prinzessinnen führten kein Leben in behütetem Luxus. Sie hatten körperlich anspruchsvolle Aufgaben.
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