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16.07.2026
12:02 Uhr
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In der Episode diskutiert Eberhard Wolff mit Dr. Felix Sühlmann-Faul über digitale Souveränität und die Bedeutung des PRIVA SCORE für Architekturentscheidungen.

Digitale Souveränität und Datenschutz gelten vielen Entwicklern als lästige Pflicht, als Hemmschuh für schnelle Umsetzung. Der Techniksoziologe Dr. Felix Sühlmann-Faul sieht das anders: Für ihn sind beide Themen eine Voraussetzung für demokratische Handlungsfähigkeit – und ganz praktisch für die Software-Architektur. In dieser Episode spricht Eberhard Wolff mit Sühlmann-Faul über die Auswirkungen dieses Themenkomplexes und über den von ihm entwickelten PRIVA SCORE.
Felix Sühlmann-Fauls Verständnis von digitaler Souveränität ist stark praxis- und organisationsorientiert. In einem Blogbeitrag beschreibt er sie als die Kontrolle über eigene Daten und digitale Prozesse. Datensouveränität überschneidet sich für ihn eng mit dem Konzept der informationellen Selbstbestimmung: Die Einzelperson müsse entscheiden können, wem sie Daten übergebe, was die empfangende Institution damit mache und zu welchem Zweck. Open-Source-Software bezeichnet er dabei nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern als effektivsten Weg zu mehr Souveränität – und skizziert einen phasenweisen Migrationsansatz, der mit einer Bestandsaufnahme beginnt und über Pilotprojekte bis zur Umstellung geschäftskritischer Systeme reicht.
Kern des Gesprächs ist der PRIVA SCORE, den Sühlmann-Faul unter anderem im Rahmen seiner Dissertation entwickelt hat. Das Projekt beschreibt sich selbst als „Datenschutz-Ampel für Digitales“ und als Entscheidungshilfe für die Auswahl datenschutzfreundlicher Apps und digitaler Dienste. Für die Software-Architektur wird das Ampelsystem interessant, wenn es um die Auswahl von Werkzeugen geht: Externe Dienste wie Cloud-Speicher, Messaging, Videokonferenzen oder CRM-Systeme sind heute typische Architekturbausteine.
Eine Ampelbewertung kann Dienste mit schwacher Datenschutzbilanz faktisch disqualifizieren und Alternativen mit besserer Einstufung in den Vordergrund rücken – und damit Sourcing-Strategien beeinflussen, etwa zugunsten EU-basierter Cloud-Angebote gegenüber US-Hyperscalern oder zugunsten DSGVO-konformer Messenger. In der Governance von Softwareprojekten ließe sich ein solches Rating zudem als verbindliches Kriterium einsetzen, etwa als Mindestscore im Freigabeprozess für neue SaaS-Dienste.
Wer sich über das Livestream-Gespräch hinaus für das Thema interessiert: Sühlmann-Faul spricht bei den IT-Tagen 2026, die vom 7. bis 10. Dezember 2026 in Frankfurt stattfinden (Mit dem Code ITT26-SIS-352 erhalten Interessierte 100 Euro Rabatt auf ein Ticket).
Die Ausstrahlung findet am Freitag, 17. Juli 2026, live ab 13:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer (Socreatory) und Ralf D. Müller (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.
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