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23.07.2026
12:02 Uhr
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In der englischsprachigen Episode diskutiert Eberhard Wolff mit James Coplien, ob Softwarearchitektur wirklich vor allem das Management von Abhängigkeiten ist?

Ist Softwarearchitektur im Kern nichts weiter als das Verwalten von Abhängigkeiten? Diese verbreitete Annahme stellen der Muster-Pionier James O. „Jim“ Coplien und der Softwarearchitekt Eberhard Wolff in einer englischsprachigen Folge des Videocasts software-architektur.tv mit dem Titel „Software Architecture: What Is It Really About?“ auf den Prüfstand. Wolff selbst hatte das Thema bereits in einer früheren Episode des Videocasts behandelt und die Frage gestellt, ob Abhängigkeiten tatsächlich so zentral für Softwarearchitektur sind, wie die verbreitete Gleichsetzung nahelegt.
Die Debatte trifft einen wunden Punkt der Praxis. In vielen Projekten wird Softwarearchitektur vor allem über Layer-Diagramme, Dependency-Graphen und den Schnitt von Modulen oder Microservices diskutiert. Wie Wolff in der Ankündigung zu dem Gespräch formuliert, werde Architektur teils sogar auf kaum mehr als das Management von Abhängigkeiten reduziert. Genau diese Sichtweise fordert Coplien heraus.
James Coplien ist in der Softwareentwicklung kein Unbekannter. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Hillside Group, die die Muster-Bewegung im Softwarebereich anstieß, und hat mehrere Konferenzen der Reihe Pattern Languages of Programs (PLoP) mitbegründet. 1996 war er Program Chair der OOPSLA. Seine Arbeiten zu C++-Idiomen zählen zu den drei Hauptquellen des einflussreichen „Design Patterns“-Buchs der Gang of Four, und er prägte das Curiously Recurring Template Pattern (CRTP). Auch die agilen Methoden Extreme Programming und die täglichen Scrum-Standups gehen auf seine Organizational Patterns zurück.
Zusammen mit Trygve Reenskaug, dem Schöpfer von Model-View-Controller, entwarf Coplien das Paradigma DCI (Data, Context, Interaction). Es trennt bewusst zwischen dem, „was ein System ist“ – also dem Domänenmodell und den Daten – und dem, „was ein System tut“, den Anwendungsfällen und Interaktionen. Diese Unterscheidung bildet die Grundlage seiner Kritik am reinen Struktur- und Abhängigkeitsdenken.
Die Ausstrahlung findet am Freitag, 24. Juli 2026, live ab 13:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer (Socreatory) und Ralf D. Müller (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.
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