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11.03.2026
20:00 Uhr
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USB-Ladegeräte mit mehreren Anschlüssen laden Laptop, Handy oder Konsole gleichzeitig und benötigen nur eine Steckdose.

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
USB-Ladegeräte mit mehreren Anschlüssen laden Laptop, Handy, Konsole und Gadgets gleichzeitig und benötigen dabei nur eine Steckdose.
Egal, ob Smartphone, Kopfhörer, Macbook, Amazon Echo oder E-Zigarette – die allermeisten Geräte bekommen ihren Strom aus Netzteilen mit USB-Anschluss. Statt also überall in der Wohnung die Steckdosen zu besetzen, kann man gleich ein Netzteil mit mehreren USB-C- oder USB-A-Anschlüssen verwenden. Im Verhältnis sind solche USB-Ladegeräte nicht nur deutlich kleiner als viele der mitgelieferten Netzteile (falls diese überhaupt noch beiliegen), sondern sie erreichen inzwischen sogar über 100 Watt und können mehrere stromhungrige Geräte gleichzeitig versorgen.
Gerade aber in der Bahn können Mehrfachladegeräte ein sprichwörtlich bahnbrechender Vorteil sein, wenn es nur wenige Steckdosen für zu viele Geräte gibt. Mit Platz für teils sogar mehr als sechs Geräte macht man sich hier schnell Freunde, wenn alle Fahrgäste an der einen Steckdose ihr Smartphone aufladen können.
Wir haben über zehn USB-Ladegeräte mit mehr als vier Ports getestet und zeigen in dieser Bestenliste, welches das Beste ist.
Alle der ausgewählten Ladegeräte in diesem Vergleich setzen auf die GaN-Technologie, wobei das vormals verwendete Silizium gegen Galliumnitrid ausgetauscht wurde. Das sorgt für handlichere Geräte, die auch noch effizienter arbeiten. Damit sind auch USB-Ladegeräte mit Leistungen jenseits von 100 Watt möglich, ohne dass die Geräte aktiv gekühlt werden müssten. Auch ist es bei allen Ladegeräten so, dass mit jedem Gerät, das man zusätzlich anschließt, die Leistung pro Gerät deutlich abnimmt.
Für diese Bestenliste haben wir zehn Netzteile ausgewählt, die mindestens vier USB-Ports besitzen. Dabei setzen sie auf USB-A sowie USB-C. Bis auf unseren Preis-Leistungs-Tipp Qoovi GaN 65W haben alle mindestens eine Gesamt-Ausgangsleistung von 100 Watt oder mehr. Inzwischen gibt es aber auch USB-Ladegeräte mit 300 Watt, hier kann man also gleich mehrere Verbraucher mit bis zu 100 Watt pro Gerät versorgen.
In die Wertung, welches Netzteil besser als das andere ist, spielt neben dem Preis-Leistungs-Verhältnis auch die Verarbeitungsqualität sowie das Ergebnis unseres Praxistests hinein. Bei diesem ermitteln wir, wie effizient das Netzteil arbeitet. Den Testaufbau schildern wir im entsprechenden Absatz Testverfahren.
Am besten abgeschnitten hat in der Gesamtschau der Baseus GaN2 Pro Quick Charger 100W. Nicht nur erreicht er eine Effizienz von knapp 93 Prozent, sondern kostet mit 39 Euro aktuell auch vergleichsweise wenig. Damit erringt das 100-Watt-Ladegerät den Testsieg.
Unser Preis-Leistungs-Sieger ist das Qoovi GaN 65W. Zwar bietet dieses Ladegerät für vier Geräte insgesamt mit 65 Watt am wenigsten Ausgangsleistung, ist mit einem Preis von 22 Euro aber auch am günstigsten.
Am meisten Leistung zum fairen, aber vergleichsweise hohen Preis von 128 Euro bietet das Ugreen Nexode 300W – unser Technologiesieger. Etwas weniger Leistung zum dafür niedrigeren Preis bieten die beiden Netzteile Ugreen Nexode 200W sowie Anker Prime Charger 200W.
Der Baseus GaN2 Pro Quick Charger 100W bietet mit 100 Watt richtig viel Leistung und eignet sich damit auch für stromhungrigere Laptops. Bei den Anschlüssen gibt es zweimal USB-C und zweimal USB-A, die Verarbeitung ist hochwertig. Aktuell liegt sein Preis bei 39 Euro.
Das Ugreen Nexode 300W ist eines der stärksten und besten USB-C-Ladegeräte. Mit einer richtungsweisenden Gesamtleistung von 300 Watt und fünf Ladebuchsen bekommt man hier enorm viel. Zudem spielt es in unserem Praxistest groß auf. Der Preis von 128 Euro ist für ein Ladegerät hoch, angesichts der Ausstattung aber absolut vertretbar.
Das Qoovi GaN 65W ist ein echter Preisbrecher. Für schlappe 22 Euro bekommt man hier ein 65-Watt-USB-C-Ladegerät mit insgesamt vier Anschlüssen, das im Praxistest eine hervorragende Leistung abliefert. Dabei unterstützt es alle gängigen Schnellladetechnologien wie USB Power Delivery, Quick Charge oder Huawei SuperCharge und lädt so Smartphones, Tablets und sogar Laptops in Windeseile. Dank kompakter Abmessungen und geringem Gewicht ist das Netzteil auch perfekt für unterwegs geeignet. Kurzum: Wer ein leistungsstarkes und vielseitiges USB-C-Ladegerät zum Sparpreis sucht, liegt mit dem Qoovi GaN 65W goldrichtig.
Bei USB-Ladegeräten mit mehreren Anschlüssen kommt es nicht auf die konkrete Einzelleistung eines Anschlusses an, sondern auf die Gesamtleistung. In diesem Vergleich haben wir daher vor allem die Gesamtleistung betrachtet, also wie sich die Leistung beim Anschluss mehrerer Geräte pro Anschluss reduziert. Auffällig war, dass nahezu alle Ladegeräte die Verbindung zu bereits angeschlossenen Geräten kurzzeitig vollständig unterbrochen haben, wenn man ein weiteres angeschlossen hat. Dabei verhandeln etwa Ladegerät und Smartphone die Ladeleistung jedes Mal wieder neu.
Außerdem ist die benötigte Ladeleistung des jeweiligen Endgeräts zu beachten. Das gilt weniger bei Tablets oder Smartphones, wie dem iPhone, sondern vor allem bei Laptops. Dort benötigen viele per USB-C aufladbare Geräte eine Mindestleistung, unter der sie nicht laden. Wer ein Macbook Pro oder ein High-End-Thinkpad per USB-C laden möchte, der benötigt eine vernünftige Leistung.
Kurz gesagt: Je mehr Leistung das Notebook liefert, desto mehr Watt muss das Netzteil bieten. Ein Macbook Pro mit M1 Chip und 8 Kernen erfordert ein Netzteil mit 67 Watt, die Variante mit 10-Core-CPU bringt ein 96 Watt Netzteil mit. Ein Thinkpad X1 Carbon der neunten Generation benötigt ebenfalls 65 Watt. Wer noch mehr Power hat, etwa in einer mobilen Workstation wie dem Dell Mobile Precision 3560, der kommt schnell an die Grenzen. Dell legt diesem Rechner etwa ein USB-C-Netzteil mit 130 Watt bei.
Auch bei unserem Lenovo Yoga Pro 7 2023 kommt ein 140-Watt-Netzteil zum Einsatz, wobei der Laptop auch noch 100-Watt-Netzteile akzeptiert. Bei 65 Watt gibt es hingegen eine Warnmeldung, dass die eingehende Leistung zu gering ist. Die meisten „normalen“ Notebooks mit USB-C sollten aber mit einem 65-Watt-Gerät gut versorgt sein. Es empfiehlt sich in jedem Fall, einen kurzen Blick in die technischen Daten zu werfen.
Ebenfalls ist es so, dass man problemlos vier Geräte gleichzeitig anschließen kann, dann aber teilt sich die Ladeleistung auf alle Ports auf. Dafür ist etwa das Ugreen Nexode 100W für knapp 32 Euro ein anschauliches Beispiel. Wer nur ein Notebook an USB-C1 oder USB-C2 steckt, der kann auf die vollen 100 Watt zugreifen. Sind zwei Ports belegt, sind immer noch bis zu 65 Watt auf USB-C1 möglich, die anderen Anschlüsse liefern dann aber zwischen 30 und 22,5 Watt. Sind alle vier Ports belegt, kommt aus USB-C1 maximal 45 Watt, USB-C2 liefert 30 Watt, USB-C3 sowie USB-A schaffen dann maximal je 10,5 Watt (bei 5 Volt mit 2,1 Ampere). Das nachfolgende Bild zeigt nochmals grafisch, wie sich die Belegung hier aufteilt.
Welches Zubehör man zum Laden mehrerer Geräte an einem Netzteil verwenden kann, zeigen wir in folgendem Ratgeber: Mehr Geräte schnell laden: Diese Kabel & Adapter vervielfachen USB-C-Ports.
Für ein schnelles Laden sollte das USB-C-Kabel den Standard Power Delivery (USB PD) unterstützen. Mit dieser Technik handeln Ladegerät und Verbraucher aus, wie viel Leistung maximal fließen kann. Können beide Geräte keine höhere Ladespannung aushandeln, fällt das Ladegerät auf sichere Ladeströme zurück und liefert zwischen 2,5 Watt und 7,5 Watt.
Wer ein reines USB-C-Kabel kaufen und auch bei der schnellen Datenübertragung auf Nummer sicher gehen möchte, dem empfehlen wir ein Kabel mit Thunderbolt 3. Wenn es lediglich ums Laden geht, dann reicht auch ein günstigeres Kabel. Mehr dazu in unserer Kaufberatung USB-C-Kabel: Nicht jedes kann alles.
Schnellladetechniken sind erforderlich, damit Smartphones und andere Geräte über USB mit einem einheitlichen Standard schnell laden können. Am verbreitetsten sind hier Qualcomm Quick Charge (QC) und Power Delivery (PD). Während Quick Charge Android-Smartphones mit Qualcomm-SoC unterstützt, nutzt unter anderem Apple den Power-Delivery-Standard. Auch Laptops setzen entsprechend auf USB-PD.
Der Trick ist, dass Lader und Endgerät hierbei die Kombination aus Spannung und Strom aushandeln. Das Netzteil bietet dazu unterschiedliche Kombinationen, unter denen das Endgerät die passende auswählt. Daher geben wir die verfügbaren Kombinationen bei jedem Ladegerät-Test im Detail an. Die Bestimmung der Ladeparameter geschieht über den Control Channel (CC) des USB-C-Steckers. Auch deswegen ist es wichtig, das richtige Kabel zu wählen. Arbeitet der Chip im Kabel nicht korrekt, überträgt es maximal drei Ampere, womit die Ladegeschwindigkeit deutlich reduziert ist.
Dabei war USB Power Delivery 3.0 der erste Standard, der Qualcomms Quick Charge und Apple Lightning ersetzen kann. Mit USB-PD 3.0 werden die bisherigen Power-Profile mit der festen Zuordnung von Spannung und Maximalstrom durch flexible Power Rules abgelöst. Dabei gilt, je höher die Nennleistung, desto mehr Kombinationen sind möglich. Deswegen laden USB-Ladegeräte mit USB-PD 3.0 auch kompatible Geräte über den Schnellladestandard Quick Charge.
Wer mehr über Power Delivery erfahren möchte, dem empfehlen wir den Heise-Beitrag Passt irgendwie.
Im folgenden Preisvergleich zeigen wir die günstigsten USB-C-Ladegeräte mit der Schnellladetechnik USB Power Delivery 3.0.
Schnellladestandards sollen die Auswahl geeigneter Ladegeräte zum eigenen Endgerät vereinfachen: Ein Standard, den man auf einen Blick erkennt und mit dem immer gewiss ist, dass das Smartphone so schnell wie möglich lädt – es könnte so einfach sein. Immer mehr Hersteller haben auch den Bedarf und die Vorteile von schnellem Laden erkannt, gut so. Doch neben Power Delivery und Co. gibt es eine Entwicklung, die die Bemühungen der Ladestandards wieder zur Makulatur macht. Denn manche Smartphone-Hersteller entwickeln eigene Schnellladeprotokolle, die sich ausschließlich mit den herstellereigenen Netzteilen verwenden lassen. An fremden Ladegeräten fallen entsprechende Handys auf Ladegeschwindigkeiten von teils unter 20 Watt zurück, wodurch ein Ladevorgang enorm lang dauert – obwohl das Smartphone eigentlich schneller laden könnte, aber nicht die gleiche Sprache wie das Netzteil spricht.
Bei vergangenen Tests hat sich das bei unseren Versuchs-Smartphones Honor Magic 5 Pro (Testbericht) und Xiaomi Redmi Note 12 Pro+ (Testbericht), die beide über 60 Watt laden können, als großes Problem herausgestellt. Keines der getesteten Ladegeräte hat die beiden Handys auch nur ansatzweise mit ihrer maximal möglichen Ladeleistung versorgt. Die Werte betrugen unter 10 Watt, was Laden zur Geduldsprobe macht. Es liegt also hier wieder an Nutzern, sich vor dem Kauf eines Ladegerätes über die unterstützten Ladestandards seines Smartphones zu informieren.
In unserer Praxiserfahrung und vielen Smartphone-Tests hat sich zudem gezeigt, dass diese Besonderheit teils von Smartphone zu Smartphone unterschiedlich auftritt. Während das eine problemfrei lädt, verweigert ein anderes die Schnellladung. Eine Spielart, die dahinterstecken kann, ist die PD-Erweiterung PPS (Programmable Power Supply) – eigentlich dazu da, um Spannung und Strom automatisch in Echtzeit dynamisch ändern zu können, also eine Erleichterung darstellen soll.
Dadurch soll jederzeit die maximal mögliche Ladeleistung nutzbar sein. Auch hier handeln Smartphone und Ladegerät wieder eine bestimmte Kombination aus Spannung und Stromstärke aus. Doch diese Technologie kann dafür sorgen, dass Ladegeräte, die nicht auf die exakt gleiche Spannung einsetzen, auf die nächst niedrigere, mit Ladegerät und Endgerät kompatible Spannung zurückfallen (Einblicke im Artikel von heise online). In so einem Fall lädt das Smartphone also nicht mit seiner maximal möglichen Ladegeschwindigkeit, sondern deutlich langsamer.
Ärgerlich ist, dass Hersteller von Ladegeräten sowie Smartphones die benötigte Bandbreite an Spannung und Stromstärke nach wie vor nur spärlich kommunizieren. Im Testfeld der Ladegeräte war vor allem Ugreen meist vorbildlich mit der Angabe des unterstützten PPS-Bereichs, andere Marken sind hier noch sehr nachlässig. Oft wird der Begriff PPS als reines Keyword ohne nützliche Details verwendet, die hier aber entscheidend sind.
Manche Hersteller unterstützen aber bei ihren Ladegeräten auch tatsächlich kein PPS, auf ein solches Ladegerät sollte man im Zweifel verzichten. Wir geben die unterstützten Ladestandards und PPS-Bereiche in Zukunft in jedem Einzeltest an. Zudem machen wir die zuverlässige oder unzuverlässige Weitergabe dieser Information zu einem Bewertungskriterium. Ladegeräte, die PPS gar nicht unterstützen oder die den PPS-Bereich nicht angeben, bekommen folglich Punktabzug. Zu wichtig ist diese Angabe inzwischen für Smartphone-Nutzer, als dass man sie ignorieren kann.
Wir haben für diese Bestenliste alle Ladegeräte mit einem einheitlichen Verfahren auf den Prüfstand gestellt. Dazu kommt zur Feststellung von Effizienz und Leistung das Messgerät F-nirsi FNB58, das uns Banggood zur Verfügung gestellt hat. Dieses stecken wir zwischen Smartphone und Stecker. So können wir Werte, wie Watt (Leistung), Volt (Spannung) und Ampere (Strom) auslesen, sowie den Ladestandard an, auf den sich Endgerät und Netzteil verständigt haben. Seinen Strom bezieht das Messgerät über das angeschlossene USB-C-Kabel. Der Strombedarf ist allerdings sehr gering, weshalb wir ihn in unserer Messung ignorieren. Eine Dokumentation gibt es nicht. Sollte ein Hersteller keine Angaben zur unterstützten Spannung, Stromstärke oder zu PPS machen, ermitteln wir die PPS-Werte mittels unserem PD-Listener.
Zusätzlich nutzen wir ein haushaltsübliches AC-Strommessgerät. So errechnen wir die Effizienz jedes Ladegeräts, die ein wichtiges Kriterium zur Bewertung der Qualität ist.
Im USB-Ladegerät-Test überprüfen wir die Effizienz der USB-Netzteile, indem wir sie an unseren Lastsimulator anschließen. Über diesen können wir konstant eine frei einstellbare Last vom Ladegerät abrufen und so neben der Effizienz auch die Wärmeentwicklung ermitteln sowie den Überlastschutz prüfen.
Strom über USB ist fantastisch. Ein USB-Ladegerät mit Platz für mehrere Geräte ist eine große Erleichterung für unterwegs. Damit reicht etwa die einzelne Steckdose in der Bahn dank USB-A und USB-C auch für mehrere Geräte, wie Laptop, Android-Smartphone oder iPhone und sonstiges Zubehör. Statt also mehrere Netzteile einzupacken, reicht eines der hier vorgestellten Geräte, vielleicht noch mit ein paar alternativen USB-Kabeln. Durch USB-PD gibt es hier einen geräteübergreifenden Ladestandard.
Dabei müssen solch potente Ladegeräte nicht einmal teuer sein. Unseren Testsieger Baseus GaN2 Pro Quick Charger 100W bekommt man etwa schon für 39 Euro. Für etwas mehr als 100 Euro erhält man dann schon eines der besten Ladegeräte überhaupt – das Ugreen Nexode 300W mit aberwitzigen 300 Watt an Leistung.