Heise 09.06.2026
10:18 Uhr

Tim Cook: Leiser Abschied bei der WWDC-Keynote


Die gestrige WWDC-Keynote war für Tim Cook historisch: Es war seine letzte offizielle Präsentation als Apple-Chef. Der Abschied erfolgte eher leise als laut.

Tim Cook: Leiser Abschied bei der WWDC-Keynote

Die am Montagabend abgehaltene Apple-Keynote zur WWDC 2026 war einmal mehr vollgepackt mit Fakten – und dafür mit knapp 76 Minuten erstaunlich kurz. Wie üblich leitete CEO Tim Cook das Video ein und überließ dann Softwarechef Craig Federighi und weiteren Managern wie Siri-Boss Mike Rockwell die Bühne, um iOS 27, macOS 27 und vor allem die neuen Siri-AI-Funktionen zu präsentieren. Auch das Ende war eigentlich wie üblich: Cook erschien nochmals zurück in den Apple Park, platziert vor dem ikonischen Regenbogen, und fasste den Abend zusammen.

Doch was dann kam, war für den langjährigen Apple-Chef historisch. Er verabschiedete sich ganz offiziell vor den Kunden, denn die WWDC war seine letzte große Apple-Präsentation, bevor im September, passend zur Präsentation der diesjährigen iPhones, dann John Ternus den Posten übernimmt. Cook übernimmt als Aufsichtsratsvorsitzender und wird gleichzeitig zu Apples obersten Diplomaten.

Die Keynote-Verabschiedung fiel kurz und bündig aus. Cook sagte, einige der größten Höhepunkte seiner Zeit als CEO seien „Events wie dieses“ gewesen. „Ich konnte mächtige Werkzeuge mit Ihnen allen teilen. Was Sie mit diesen dann schufen, war eine ständige Erinnerung für uns alle, dass die Vorstellungskraft keine Grenzen hat.“

Ohne ein bisschen Werbung konnte Cook natürlich nicht enden: Die bei der WWDC 2026 vorgestellten Fähigkeiten seien „unglaublich“. Er glaube, „dass das Beste noch vor uns liegt“. Es sei ihm eine Ehre gewesen, Apple zu leiten. Der Leitstern des Unternehmens sei immer gewesen, Produkte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Menschen erfüllten.

Die Keynote zur WWDC 2026 hatte auch noch aus einem anderen Grund für Cook eine wichtige Bedeutung: Die darin vorgestellten neuen Apple-Intelligence-Funktionen sollen in Verbindung mit Google eine schwere Scharte auswetzen, mit der Apple in KI-Dingen kämpft. So ist es zwei Jahre her, dass der Konzern viele der gezeigten Funktionen erstmals vorstellte, doch fertig werden sie nun erst (frühestens) im Herbst. Ob das alles wirklich so gut läuft wie erhofft, müssen erste Tests zeigen.

Bemerkenswert am gestrigen Event war auch noch, dass John Ternus als Cook-Nachfolger gar keinen Auftritt hatte. Er ließ seinem Vorgänger den Vortritt. Das lag allerdings vermutlich schlicht daran, dass Apple bei der Keynote, wie so oft bei einer WWDC, keinerlei neue Hardware vorstellte und Ternus eben bis September noch der Hardware-Chef ist.

(bsc)