Heise 16.10.2026
20:00 Uhr

Räder selbst wechseln: So funktioniert es


Mit dem richtigen Werkzeug gelingt der Radwechsel in Eigenregie. Wir zeigen Wagenheber, Schlagschrauber und erklären RDKS.

Räder selbst wechseln: So funktioniert es

Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.

Mit dem richtigen Werkzeug gelingt der Radwechsel in Eigenregie. Wir zeigen Wagenheber, Schlagschrauber und Luftpumpen – und erklären das RDKS.

Zweimal im Jahr steht für viele Autofahrer der Radwechsel an. Die Faustregel „von O bis O“ meint: Winterräder von Oktober bis Ostern, danach Sommerräder. Auch die 7-Grad-Regel kann bei der Planung helfen. Beide Regeln sind aber nur grobe Orientierung; entscheidend sind Wetter und Straßenverhältnisse. Gerade im Frühjahr kann es auch nach Ostern noch Frost geben.

In Deutschland gibt es kein festes Datum für den Wechsel, sondern eine situative Winterreifenpflicht. Nach § 2 Abs. 3a StVO ist bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte eine wintertaugliche Bereifung erforderlich. Seit dem 1. Oktober 2024 genügt die Kennzeichnung M+S allein dafür nicht mehr: Die Reifen benötigen das Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke. In Österreich gilt für Pkw ebenfalls eine situative Pflicht, dort allerdings nur innerhalb des Zeitraums vom 1. November bis zum 15. April.

Rund um die Wechseltermine sind Werkstatttermine oft knapp. Wie viel das Umstecken von vier Kompletträdern kostet, hängt vom Betrieb und von Zusatzleistungen wie RDKS-Service und Einlagerung ab. Der Wechsel zu Hause spart den Werkstatttermin, verlangt aber geeignetes Werkzeug und sorgfältige Montage.

Dieser Beitrag behandelt den saisonalen Radwechsel: Dabei werden komplette Räder – also Reifen samt Felge – am Auto ausgetauscht. Umgangssprachlich wird das oft „Reifenwechsel“ gesagt.

Beim Reifenwechsel handelt es sich im technischen Sinn um etwas anderes: Der Reifen wird von der Felge abgezogen und ein anderer aufgezogen. Das sollte nur ein Fachmann erledigen. Dort werden die Räder nach der Montage neuer Reifen auch ausgewuchtet. Beim bloßen saisonalen Tausch kompletter Räder ist Auswuchten dagegen nicht grundsätzlich nötig – etwa bei Vibrationen sollte es aber geprüft werden.

Weiteres Zubehör für das Auto zeigen wir in der Top 10: Display für Carplay und Android Auto im Test – nachrüsten ab 50 Euro sowie Top 10: Die beste Starthilfe-Powerbank im Test – Auto überbrücken per Akku.

Vor Beginn müssen Größe und Ausführung der Räder zum Fahrzeug passen. Das gilt ebenso für die Tragfähigkeit und Hubhöhe des Wagenhebers. Bereitliegen sollten außerdem ein Radschlüssel oder Radkreuz und ein Drehmomentschlüssel. Die Betriebsanleitung nennt die zulässigen Aufnahmepunkte für den Wagenheber und das Anzugsmoment der Radschrauben oder -muttern.

Ein Scherenwagenheber gehört bei manchen Fahrzeugen zum Bordwerkzeug. Seine Gelenkarme bilden eine Raute. Beim Drehen der Gewindestange hebt sich die obere Aufnahme. Das Gerät ist kompakt und kommt ohne Hydrauliköl aus. Der Nachteil zeigt sich beim Wechsel aller vier Räder: Das Kurbeln kostet Zeit und Kraft.

Ein Elektromotor übernimmt diese Arbeit beim elektrischen Scherenwagenheber. Ausprobiert haben wir den Lescars-Elektrowagenheber von Pearl, der bei Amazon rund 75 Euro kostet. Er wird über die 12-V-Bordsteckdose versorgt und per Schalter am Kabel bedient. Laut Anbieter beträgt seine Hubkraft höchstens 750 kg an einer Fahrzeugseite. Freigegeben ist er für Fahrzeuge bis 2 t Gesamtgewicht. Der Hubbereich reicht von 11 bis 34 cm. Im Test erreichte er die benötigte Höhe in etwa einer Minute. Gerade bei schweren SUV und Elektroautos müssen die Angaben zur Tragfähigkeit vor dem Einsatz geprüft werden.

Ein hydraulischer Stempelwagenheber hebt das Fahrzeug durch Öl an, das mit dem Pumphebel in einen Zylinder gedrückt wird. Solche Heber sind vergleichsweise kompakt und je nach Modell für hohe Lasten ausgelegt. Die Tragfähigkeitsangabe allein reicht für die Auswahl aber nicht: Auch Mindesthöhe, Hubbereich und Auflage müssen zum Fahrzeug passen.

Das zeigte sich am getesteten Stempelwagenheber von Lescars ab 21 Euro. Er trägt laut Anbieter bis zu 6 t und beginnt bei etwa 20 cm Hubhöhe. Unter unseren Opel Astra K mit OPC-Line-Paket passte er damit nicht. Elektrisch angetriebene Hydraulikheber ersparen das Pumpen, benötigen aber ebenfalls ausreichend Platz unter dem Fahrzeug.

Ohne Motor und Hydraulik kommt der iMars Air Jack aus, der bei Banggood rund 108 Euro kostet. Das ist ein Druckluftwagenheber mit drei übereinanderliegenden Luftkissen, der ab 14 cm Bodenfreiheit passt. Laut Hersteller hebt er Fahrzeuge bis 5 t an. Man benötigt aber zusätzlich einen Druckluftkompressor, den es bei Amazon ab rund 90 Euro gibt. Insgesamt ist das eine eher teure und komplizierte Lösung.

Rangierwagenheber arbeiten ebenfalls hydraulisch. Rollen erleichtern das Ausrichten unter dem Auto. Flache Modelle eignen sich auch für Fahrzeuge mit wenig Bodenfreiheit. Ihr Gewicht und Platzbedarf machen sie eher zum Werkzeug für die Garage als für den Kofferraum.

Sicherheitshinweis: Ein Wagenheber darf nur an den vom Fahrzeughersteller vorgesehenen Punkten auf festem, ebenem Boden angesetzt werden. Entscheidend sind die Freigaben für Last und Hubhöhe, nicht allein die maximale Tragkraft auf dem Karton. Ein Wagenheber dient zum Anheben, nicht zum Absichern von Arbeiten unter dem Fahrzeug. Dafür sind geeignete Unterstellböcke erforderlich.

Zum Lösen der Radschrauben oder -muttern genügt ein Radschlüssel oder Radkreuz. Ein längerer Hebel verringert den nötigen Kraftaufwand, dafür gibt es auch Radschlüssel mit Teleskopgriff. Festgezogen wird dagegen mit einem Drehmomentschlüssel. Das vorgeschriebene Anzugsmoment richtet sich nach Fahrzeug und Felge und steht in den zugehörigen Unterlagen. Zum Lösen festsitzender Schrauben ist der Drehmomentschlüssel als Messwerkzeug nicht gedacht.

Ein Akku-Drehschlagschrauber kann das Herausdrehen und spätere Vorziehen beschleunigen. Dafür sind Stecknüsse erforderlich, die für den Schlagschraubeinsatz freigegeben sind. Der Drehschlagschrauber selbst sollte zudem über genügend Drehmoment verfügen. Bei Alufelgen schützen passende Kunststoffhülsen die Oberfläche. Das endgültige Anzugsmoment wird auch mit Schlagschrauber stets per Drehmomentschlüssel hergestellt.

Getestet haben wir den Parkside PASSK 20-Li A1 Akku-Drehschlagschrauber für 80 Euro mit Akku. Zu unserem Gerät gehörten Stecknüsse in 17, 19, 21 und 23 mm für die ½-Zoll-Vierkantaufnahme. Welche Größe benötigt wird, hängt von den Radschrauben oder -muttern ab. Das Parkside PASSK wird mit maximal 400 Nm beworben und besitzt fünf Drehmomentstufen. Diese Angabe ist jedoch keine Garantie dafür, dass sich jede festsitzende Radschraube lösen lässt.

Auf Boxenstopp-Tempo hatten wir gehofft. Am Testfahrzeug löste der Parkside die Radschrauben jedoch nicht auf Anhieb. Erst nach dem Lockern mit dem Radkreuz konnte er sie herausdrehen. Aus einem Versuch an einem Fahrzeug lässt sich keine allgemeine Mindestangabe in Newtonmetern für Schlagschrauber ableiten. Beim Montieren wurden die Schrauben von Hand angesetzt und anschließend nur vorgezogen. Das korrekte Anzugsmoment stellte der Drehmomentschlüssel her.

Radschrauben unterscheiden sich unter anderem in Gewinde, Länge und Form ihrer Auflage an der Felge. Häufig sind Kegel- und Kugelbund. Beim Wechsel zwischen Stahl- und Alufelgen oder zu Zubehörfelgen kann ein anderer Schraubensatz erforderlich sein. Welche Befestigung passt, ergibt sich aus den Vorgaben zum Fahrzeug und zur Felge. Eine Schraube mit falscher Länge oder Auflageform kann die sichere Befestigung gefährden.

Ein Felgenschloss lässt sich nur mit dem passenden Adapter lösen. Dessen Aufbewahrungsort ist daher vor dem ersten Radwechsel zu klären. Ob der Adapter mit einem Schlagschrauber verwendet werden darf, hängt von seiner Freigabe ab. Im Zweifel wird das Felgenschloss von Hand gelöst und angezogen.

Seit November 2014 benötigen neu zugelassene Pkw in der EU ein Reifendruck-Kontrollsystem, kurz RDKS. Die englische Abkürzung TPMS bezeichnet ebenfalls das Reifendruckkontrollsystem insgesamt. Es gibt direkt und indirekt messende Systeme. Welche Variante ein bestimmtes Auto verwendet und was beim Radwechsel zu tun ist, steht in seiner Betriebsanleitung. Eine pauschale Liste nach Automarke wäre dafür zu ungenau.

Beim direkten RDKS sitzt in jedem Rad ein Sensor, meist innen am Ventil. Er misst den Druck und überträgt seine Daten per Funk. Eine Anzeige der Druckwerte für jedes einzelne Rad ist ein deutlicher Hinweis auf diese Bauart; fehlen solche Einzelwerte, beweist das umgekehrt noch kein indirektes System. Auch der zweite Radsatz benötigt bei einem direkten RDKS passende Sensoren. Je nach Fahrzeug werden sie automatisch erkannt, über das Fahrzeugmenü angelernt oder mit einem Diagnosegerät eingerichtet. Das bloße Umstecken kompletter Räder beschädigt die innen liegenden Sensoren normalerweise nicht. Vorsicht ist insbesondere nötig, wenn ein Reifen auf die Felge montiert oder von ihr demontiert wird.

Die Batterien vieler RDKS-Sensoren halten mehrere Jahre. Ist eine fest verbaute Batterie leer, wird in der Regel der Sensor ersetzt. Dafür muss der Reifen von der Felge. Ein günstiges Aktivierungsgerät kann einen defekten Sensor weder reparieren noch einen neuen Universalsensor programmieren.

Das indirekte RDKS benötigt keine zusätzlichen Sensoren in den Rädern. Es wertet Daten der Raddrehzahlsensoren aus: Verändert ein Druckverlust den Abrollumfang eines Reifens, kann das System während der Fahrt eine Abweichung erkennen. Den tatsächlichen Druck in bar misst es nicht. Nach dem Radwechsel wird zuerst der korrekte Luftdruck eingestellt und dann das System per Taste oder Fahrzeugmenü neu initialisiert. Sonst speichert es womöglich einen falschen Zustand als Referenz.

Bei unserem Opel Astra K, Baujahr 2017, mussten nach dem Radwechsel die Positionen der Sensoren angelernt werden. Eine angefragte Werkstatt erklärte, ihr fehle dafür das passende Gerät. Wir probierten deshalb ein günstiges VXDAS-Aktivierungsgerät der Bauart EL-50448 aus. Das damals verwendete Modell ist nicht mehr erhältlich. Ähnliche RDKS-Anlerngeräte für Opel-Fahrzeuge gibt es ab etwa 7 Euro.

Beim Astra wird zunächst der RDKS-Lernmodus im Fahrzeug aktiviert. Anschließend wird das Gerät nacheinander an die Ventile gehalten: vorn links, vorn rechts, hinten rechts, hinten links. Nach jedem erkannten Sensor bestätigt das Fahrzeug den Schritt mit einem Hupsignal. Das Aktivierungsgerät regt den passenden Sensor zur Übertragung an, es misst den Reifen nicht und programmiert keinen neuen Sensor. Die genaue Bedienung des Lernmodus hängt von der Ausstattung ab und steht in der Betriebsanleitung.

Im Test war das Anlernen erst beim dritten Versuch erfolgreich. Ob die ersten Anläufe am Gerät, seiner Position am Ventil oder am Ablauf des Lernmodus scheiterten, konnte nicht festgestellt werden. Über die Zuverlässigkeit ähnlicher Geräte oder die Eignung für andere Automarken sagt unser Versuch daher nichts aus. Man sollte sich aber darauf einstellen, dass es nicht beim ersten Mal gelingt.

Nach der Montage muss der Luftdruck an allen Rädern geprüft werden – unabhängig davon, ob ein RDKS vorhanden ist. Der Sollwert kann sich für Vorder- und Hinterachse sowie je nach Beladung unterscheiden. Er steht in der Betriebsanleitung oder auf einem Aufkleber am Fahrzeug, häufig an der B-Säule oder im Bereich des Tankdeckels. Gemessen und eingestellt wird möglichst bei kalten Reifen. Bei indirektem RDKS folgt die Initialisierung erst danach.

Akku-Luftpumpen kombinieren einen kleinen Kompressor mit Druckanzeige. Viele Modelle zeigen nach dem Anschluss den aktuellen Wert an, erlauben die Vorwahl des Zieldrucks und stoppen beim Erreichen des Werts automatisch. Einige lassen sich alternativ an der 12-V-Bordsteckdose betreiben. Für das gelegentliche Korrigieren des Reifendrucks sind kompakte Geräte praktisch. Das Befüllen eines stark entleerten Autoreifens dauert aber länger. Aussagekräftiger als der beworbene Höchstdruck ist dafür die Pumpleistung.

Eine Übersicht empfehlenswerter Geräte zeigt unsere Bestenliste der besten Akku-Luftpumpen. Testsieger ist die Bosch Easypump für rund 50 Euro. Sie ist kompakt, gut verarbeitet und bringt es auf 10 l/min Luftleistung und 10 bar Maximaldruck. Preis-Leistungs-Sieger ist der Xiaomi Portable Electric Air Compressor 2 für rund 36 Euro, dessen Leistung auch für Autoreifen reicht.

Vor dem Abnehmen wird die bisherige Position jedes Rades notiert. Dafür eignen sich Kreide, Klebeband oder beschriftete Ventilkappen mit den Kürzeln VL, VR, HL und HR. Die Markierung bedeutet nicht, dass jedes Rad später zwingend wieder an dieselbe Position muss: Ein achsweiser Tausch kann den Verschleiß ausgleichen. Dabei sind Laufrichtung, fahrzeugspezifische Vorgaben und Profiltiefe zu beachten. Reifen mit dem besseren Profil gehören grundsätzlich auf die Hinterachse. Werden die Räder achsweise getauscht, müssen die Sensorpositionen bei Systemen wie im Astra neu angelernt werden.

Vor dem Einlagern werden Reifen und Felgen gereinigt, getrocknet und auf Beschädigungen geprüft. Beulen, tiefe Risse oder Fremdkörper im Profil verdienen besondere Aufmerksamkeit. Bei Kompletträdern empfiehlt der ADAC, den Druck für die Lagerung um etwa 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe zu erhöhen. Vor der nächsten Montage wird er wieder passend eingestellt. Die Räder lagern am besten kühl, dunkel und trocken – flachliegend, auf einem Felgenbaum oder an geeigneten Halterungen. Reifen ohne Felgen werden dagegen stehend gelagert.

Winterreifen sind für winterliche Straßenverhältnisse entwickelt. Profil und Mischung unterstützen insbesondere die Haftung auf Schnee. In Deutschland benötigen sie für den Einsatz bei den gesetzlich genannten winterlichen Bedingungen das Alpine-Symbol. Eine bloße M+S-Kennzeichnung reicht nicht mehr. Auch Ganzjahresreifen müssen dieses Symbol tragen, wenn sie unter solchen Bedingungen gefahren werden.

Für alle Pkw-Reifen gilt in Deutschland eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Als Sicherheitsreserve empfiehlt der ADAC mindestens 4 mm bei Winter- und 3 mm bei Sommerreifen. Das Profil lässt sich mit einem Profiltiefenmesser kontrollieren. Für Fahrten nach Österreich ist die dortige Regel zusätzlich relevant: Winterreifen an Pkw benötigen bei der üblichen Radialbauweise mindestens 4 mm Profil, um dort rechtlich als Winterreifen zu gelten.

Neben dem Verschleiß spielt das Reifenalter eine Rolle. Das Herstellungsdatum steht auf der Reifenflanke, und zwar in den letzten vier Ziffern der DOT-Nummer: „2322“ bedeutet die 23. Kalenderwoche 2022. Ein gesetzliches Höchstalter für Pkw-Reifen gibt es nicht. Mit den Jahren härtet die Gummimischung aber aus. Bei Winterreifen macht sich das besonders bemerkbar, denn sie müssen auch bei Kälte weich bleiben.

Laut ADAC verlieren sie schon nach etwa sechs Jahren einen Teil ihrer Wintereigenschaften. Der Club empfiehlt, Winterreifen nach spätestens acht Jahren zu ersetzen, auch wenn das Profil noch reicht. Sommerreifen sollten nicht älter als acht bis zehn Jahre sein. Beschädigte Reifen müssen unabhängig vom Alter ersetzt werden.

Der Geschwindigkeitsindex gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit eines Reifens an. Winterreifen dürfen unter den Voraussetzungen des § 36 Abs. 5 StVZO einen niedrigeren Index als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs haben. Dann muss die zulässige Reifengeschwindigkeit im Fahrzeug gekennzeichnet oder durch eine geeignete Anzeige rechtzeitig vor Erreichen dieser Geschwindigkeit angezeigt werden.

Sommerreifen sind für warme Bedingungen und die dafür typischen trockenen und nassen Fahrbahnen ausgelegt, nicht für Schnee und Eis. Ganzjahresreifen ersparen den saisonalen Wechsel, bleiben aber nur ein Kompromiss. Wie gut sie abschneiden, hängt stark vom konkreten Modell und den Einsatzbedingungen ab. Vor dem Kauf sind deshalb unabhängige Tests in der passenden Reifengröße hilfreicher als die pauschale Einteilung in Marken- und Billigreifen.

Bei Elektroautos benötigt der Radwechsel mehr Sorgfalt. Die Fahrzeuge sind schwer: Ein VW ID.4 wiegt je nach Version leer rund 2 bis 2,2 t, zulässig sind bis knapp 2,7 t. Damit liegt er deutlich über der Freigabe vieler einfacher Wagenheber, auch des getesteten Lescars-Modells mit 2 t. Vor dem Kauf sollten deshalb Tragkraft und zulässiges Fahrzeuggewicht verglichen werden.

Noch wichtiger ist, wo der Wagenheber ansetzt. Bei vielen E-Autos nimmt die Hochvoltbatterie fast den ganzen Unterboden ein, der Rest ist oft mit Kunststoff verkleidet, der nichts tragen kann. Wer neben den vorgesehenen Aufnahmepunkten ansetzt, kann Schweller, Verkleidung oder die Batterie beschädigen. Im schlimmsten Fall ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden. Wo die Punkte liegen, steht in der Betriebsanleitung, manchmal sind sie am Schweller markiert. Einige Hersteller sehen spezielle Gummiaufsätze vor, sogenannte Jack Pads, die genau in die Aufnahmen passen. Bei Fahrzeugen mit Luftfederung ist vor dem Anheben oft ein Wagenheber- oder Werkstattmodus zu aktivieren, damit das Fahrwerk nicht nachregelt.

Neben dem Radwechsel steht im Herbst oft noch ein anderer Termin an: Für die meisten Kfz-Versicherungen ist der 30. November der Stichtag für einen Wechsel. Bei Verträgen, die mit dem Kalenderjahr enden, muss die Kündigung bis zu diesem Tag beim Versicherer eingegangen sein. Bei abweichendem Versicherungsjahr gilt eine Frist von einem Monat vor dessen Ablauf.

Unabhängig vom Stichtag besteht ein Sonderkündigungsrecht, etwa nach einer Beitragserhöhung, nach einem Schadensfall oder beim Kauf eines anderen Fahrzeugs. Bei der Suche nach einem günstigeren Tarif hilft der folgende Vergleichsrechner, den wir in Kooperation mit Check24 anbieten:

Den saisonalen Radwechsel kann man mit etwas Sorgfalt auch ohne Werkstatt erledigen. Dafür braucht es passendes Werkzeug: einen Wagenheber mit ausreichender Tragfähigkeit und passendem Hubbereich, die richtigen Radschrauben und einen Drehmomentschlüssel. Elektrische Wagenheber und Akku-Schlagschrauber nehmen Arbeit ab. Das Anziehen mit dem vorgeschriebenen Moment ersetzen sie aber nicht.

Der getestete Parkside-Schlagschrauber hat die Radschrauben trotz der beworbenen 400 Nm erst gelöst, nachdem wir sie mit dem Radkreuz gelockert hatten. Nach 50 bis 100 km sollte man das Anzugsmoment noch einmal prüfen. Bei schweren E-Autos und SUVs muss man vorher prüfen, ob der Wagenheber für das Fahrzeug freigegeben ist und wo die richtigen Aufnahmepunkte liegen.

Am meisten Geduld benötigt man oft beim RDKS. Ein indirektes System setzt man nach dem Einstellen des Reifendrucks im Fahrzeug zurück. Beim direkten System hängt das Vorgehen vom Modell ab. Am Opel Astra K hat das Anlernen mit einem günstigen Aktivierungsgerät erst im dritten Versuch geklappt.

Eine Akku-Luftpumpe und beschriftete Ventilkappen sind praktische Helfer. Luftdruck, Profil, Reifenalter und mögliche Schäden muss man aber trotzdem selbst prüfen. Sollen neue Reifen auf die Felgen, ist der Fachbetrieb gefragt. Er wuchtet die Räder danach auch aus.

Weiteres praktisches Autozubehör zeigen wir in diesen Bestenlisten: