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14.07.2026
14:33 Uhr
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Die EU plant schärfere Regeln für den Jugendschutz online. Marielle Findorff vom vzbv erklärt, warum Alterskontrollen nicht die Lösung sind.

Die EU-Kommission will den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet deutlich verschärfen. Eine Expertenkommission empfiehlt unter anderem ein europaweit harmonisiertes Mindestalter für soziale Netzwerke sowie verpflichtende Alterskontrollen. Parallel arbeitet die EU an einer digitalen Altersverifikation, eine Art Mini-Wallet, die auch unabhängig von der EUDI-Wallet genutzt werden kann.
Über die Chancen und Risiken dieser Pläne sprach heise online mit Marielle Findorff, Referentin für Digitales und Medien beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).
Es ist deshalb zu begrüßen, dass auch die Von-der-Leyen-Kommission in ihren Empfehlungen die Verantwortung und Beweislast bei den Anbietern sieht. Dabei darf es jedoch nicht bleiben. Digitale Dienste müssen standardmäßig für alle sicher gestaltet sein. Funktionen und Gestaltungsmuster, die exzessive Nutzung fördern, sollten wirksam begrenzt oder verboten werden.
In Australien zeigt sich zum Beispiel, dass bisherige technische Umsetzungen leicht umgangen werden können. Es gibt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, Altersprüfungen mit KI-Werkzeugen, Browser-Erweiterungen oder über volljährige Personen zu umgehen. Deshalb bleibt der wirksamste Ansatz, Plattformen selbst sicherer zu gestalten, statt ausschließlich auf Zugangskontrollen zu setzen.
Welche langfristigen Risiken sehen Sie bei einer verpflichtenden digitalen Altersverifikation?
Die Wallet soll freiwillig bleiben. Deshalb muss es ohnehin alternative Verfahren geben. Welche das konkret sein sollen und welche Datenschutzstandards dort gelten, ist bislang aber nicht ausreichend geklärt.
(mack)