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18.03.2026
09:45 Uhr
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Metas Metaverse-Plattform Horizon Worlds soll auf Smartphones weiterleben. Die VR-Version wird im Sommer eingestellt.

Meta wird seine Metaverse-Plattform Horizon Worlds am 15. Juni von der Meta Quest entfernen. Die virtuellen Welten werden damit nicht mehr in Virtual Reality zugänglich sein. Stattdessen wird die Plattform künftig nur noch auf klassischen Bildschirmen verfügbar sein und über die Smartphone-App „Meta Horizon“ sowie im Web erreichbar bleiben. Teile von Horizon Worlds werden noch in diesem Monat abgeschaltet, darunter Horizon Central, das als Startbereich und zentraler Hub für die virtuellen Welten diente.
Ebenfalls betroffen ist eines der derzeit besten Features der Meta Quest: Die fotorealistischen Hyperscapes verlieren am 24. März ihre soziale Komponente. Zwar können Quest-Nutzer ihre Umgebung weiterhin scannen und das digitale Abbild nach der Verarbeitung durch Meta besuchen, sie können jedoch keine anderen VR-Nutzer mehr einladen, um sich diese gemeinsam anzusehen. Der Grund liegt darin, dass die 3D-Scans bislang als virtuelle Welten in Horizon Worlds veröffentlicht wurden und auf dessen Multiplayer-Infrastruktur basierten.
Das Ende von Horizon Worlds auf der Meta Quest zeichnete sich schon Anfang des Jahres ab, als Meta einen radikalen Kurswechsel in seiner VR-Strategie vollzog. Damals schloss Meta viele seiner VR-Studios, entließ 1500 Angestellte der für Zukunftstechnologien verantwortlichen Reality Labs und stellte in Aussicht, dass Horizon Worlds künftig primär auf Mobilgeräte statt auf VR-Brillen zugeschnitten werde. Nun folgt die komplette Entfernung aus Metas VR-Angebot.
Metas Technikchef Andrew Bosworth räumte im Januar ein, dass sich Meta damit übernommen habe, Horizon Worlds gleichzeitig für zwei sehr unterschiedliche Medien zu entwickeln, und dass die Nutzererfahrung auf der Meta Quest darunter gelitten habe. Der Fokus liegt jetzt auf der Verschlankung des Quest-Betriebssystems und der Entwicklung neuer Hardware. Dass zwei neue VR-Brillen in Entwicklung sind, bestätigte Meta bereits.
Auch an Horizon Worlds will Meta weiterarbeiten, vorerst jedoch nur auf Smartphones, wo die potenzielle Zielgruppe deutlich größer ist. Meta hofft hier, etablierten Metaverse-Plattformen wie „Roblox“ und „Fortnite“ Marktanteile abnehmen zu können. Dafür setzt das Unternehmen auf die im September vorgestellte Horizon Engine sowie auf KI-Werkzeuge, die die Entwicklung für Horizon Worlds vereinfachen sollen.
Metas Technikchef Andrew Bosworth sagt in einer Instagram-Fragerunde, dass sich Meta entschieden habe, Horizon Worlds in Form einer VR-App beizubehalten, über die Fans weiterhin Zugriff auf ältere Inhalte haben sollen. Das Team werde jedoch keine neuen Spiele für die VR-Version von Horizon Worlds entwickeln. Der Großteil der Ressourcen solle stattdessen wie geplant in die Smartphone-Version fließen.
Zur Erklärung: Horizon Worlds war ursprünglich eine herunterladbare VR-App, wurde später jedoch tief in die Systemebene der Meta Quest integriert. Meta plant wie bereits angekündigt, Horizon Worlds von der Systemebene zu entkoppeln, aber offenbar dennoch "bis auf absehbare Zeit" wieder als herunterladbare VR-App anzubieten. Wie die weitere Software-Unterstützung der VR-Version im Einzelnen aussehen wird, ließ Bosworth offen. Klar ist jedoch, dass keine neuen Inhalte mehr für die VR-Version entwickelt werden. An der grundlegenden Strategie ändert sich dadurch also nichts.
(tobe)