Heise 04.09.2026
16:00 Uhr

Mähroboter Worx Landroid 4WD im Test: geländegängig, rasenschonend, aber langsam


Der Worx Landroid WR341 bietet RTK-Navigation, Allradantrieb und lenkbare Vorderräder. Im Test offenbart der Mähroboter Stärken, überzeugt aber nicht restlos.

Mähroboter Worx Landroid 4WD im Test: geländegängig, rasenschonend, aber langsam

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.

Der Worx Landroid Vision Cloud 4WD bietet RTK-Navigation, Allradantrieb und lenkbare Vorderräder. Im Test offenbart der Mähroboter Stärken, überzeugt aber nicht restlos.

Allradantrieb und lenkbare Vorderräder zeichnen den Worx Landroid Vision 4WD aus. Ersterer begünstigt den Einsatz an Steilhängen, Letztere ermöglichen rasenschonende Wendemanöver – anders als bei Konkurrenzmodellen mit omnidirektionalen Rädern. Auf einen LiDAR-Sensor verzichtet der Hersteller zugunsten der satellitengestützten RTK-Navigation. Eine externe Antenne sucht man jedoch vergebens, da die Positionsdaten direkt aus der Worx-Cloud bezogen werden. Für schwierige Empfangslagen wie unter Bäumen hat das Unternehmen zusätzlich eine Kamera integriert.

Der Testbericht klärt, wie gut sich der Worx Landroid Vision Cloud 4WD WR341E (ausgelegt für 1000 m²) in einem anspruchsvollen Parcours schlägt: Drei Rasenzonen, teilweise steil und lediglich durch eine enge Passage verbunden und von rund fünf Zentimeter hohen Randsteinen umgeben.

Funktion geht über Design – das dürfte das Hauptmotiv der Entwickler des Worx Landroid Vision 4WD gewesen sein. Eleganz sucht man beim Anblick vergebens. Dennoch sieht der RTK-Mäher nicht schlecht aus, ungewöhnlich und markant, oder einfach unverwechselbar. Die Räder sind wie bei den Allrad-Konkurrenten Mammotion Luba 3 oder dem Dreame A3 klar zu sehen. Während diese aber zumindest auf eine elegante obere Gehäuseabdeckung setzen, wirkt das kantige Design des Landroid Vision 4WD eher modular. So ist etwa das seitliche Akkufach klar als solches identifizierbar.

An der Verarbeitung gibt es indes nichts auszusetzen. Sie hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Beeindruckend im hügeligen Gelände ist das Fahrwerk, das in jeder Situation dafür sorgt, dass das schwimmende Mähdeck auch auf welligem Untergrund ein hervorragendes Schnittbild hinterlässt, wobei man die Schnitthöhe elektronisch zwischen 2 und 7 cm einstellen kann. Ein Highlight sind die lenkbaren Vorderräder, die für äußerst rasenschonende Wendemanöver sorgen sollen.

Einer der größten Stärken von modernen Mährobotern ist die einfache Einrichtung. Das gilt auch für den Worx Landroid Vision 4WD. Weder muss aufwendig ein Begrenzungskabel verlegt werden, noch wird eine RTK-Antenne benötigt. Stattdessen kommen die Navigationsdaten aus der Worx-Cloud. Dabei muss der Mähroboter nicht auf der gesamten Mähfläche im heimischen WLAN eingebunden sein. Für die Ladestation ist der WLAN-Empfang aber Pflicht.

Nach der Platzierung der Ladestation im WLAN-abgedeckten Randbereich folgt die Inbetriebnahme über die Worx-Landroid-App – eine Registrierung ist dafür zwingend erforderlich. Die Kopplung ans heimische Netzwerk gestaltet sich unkompliziert, und nach einem obligatorischen Firmware-Update steht die Kartierung an. Automatische Kartierung wird zwar unterstützt, ist jedoch – ähnlich wie bei nahezu sämtlicher Konkurrenz – an vorhandene Begrenzungen geknüpft. Selbst bei bestehenden Begrenzungen liefert dieses Verfahren weniger präzise Ergebnisse als die manuelle Variante, bei der der Roboter per App entlang der Rasenkontur geführt wird.

Dabei offenbart sich eine Eigenheit der lenkbaren Vorderräder: Deren äußerst spontane Reaktion führt anfangs oft dazu, dass die vorgegebene Grenze verfehlt wird. Erst mit etwas Einarbeitung in die Steuerung gelingt die exakte Navigation auf der Rasenkante. Im Gegenzug ermöglicht diese Lenktechnik eine Kartierpräzision, die anderswo unerreicht bleibt – selbst das exakte Abfahren von Ecken wird so möglich. Liegen nicht verbundene Rasenzonen vor, sind die Übergänge manuell zu kartieren. Mit dieser Aufgabe tut sich die Konkurrenz leichter – der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro etwa generiert solche Verbindungspfade vollautomatisch.

Über die App stehen alle üblichen Konfigurationsmöglichkeiten bereit: Zonen, Zeitpläne, No-Go-Bereiche, Schnittmuster sowie Over-the-Air-Updates. Die Zeitplanung lässt sich auf Wunsch automatisch an die jeweilige Wetterlage anpassen. Für Abwechslung beim Schnittbild sorgen vier Muster – parallele Bahnen, Schachbrett, Diamant oder ein natürlicher Stil, der bewusst kein erkennbares Streifenmuster erzeugt. Gegenüber dem Vorgänger hat die Software zwar zugelegt, wirkt in vielen Details aber noch nicht ausgereift und deutlich weniger umfangreich als Lösungen von Mammotion oder anderen Herstellern, die etwa einen Kameralivestream in ihre Apps integrieren. Auch die Mähprotokolle fallen spartanisch aus: Start-, Lade- und Rückkehrzeiten werden gelistet, doch die tatsächliche Mähdauer muss der Nutzer selbst errechnen. Angaben zur tatsächlich gemähten Fläche fehlen gänzlich, obwohl die App die einzelnen Zonen durchaus in Quadratmetern ausweist.

Eine offizielle Integration für Home Assistant bietet Worx nicht. Aber es gibt eine leistungsfähige Community-Variante, mit der man Zugriff auf die wichtigsten Betriebsparameter hat und den Mähroboter steuern kann. Wie bei allen anderen Integrationen für Mähroboter ist auch diese an die Cloud des Herstellers gekoppelt. Einen lokalen Betrieb, wie es inzwischen bei Speichern für Balkonkraftwerken üblich ist, bietet bislang noch kein einziger namhafter Mähroboterhersteller.

Der Worx Landroid Vision Cloud WR341E vereint mehrere Navigationsverfahren: Die RTK-Cloud liefert Positionskorrekturen, Vision AI und Stereo-Kamera erfassen Rasen, Kanten, Objekte und Gartenstrukturen, während V-Slam zusätzliche Orientierungspunkte zur Stabilisierung beiträgt.

Praktisch ist der Verzicht auf eine lokale Antenne, denn die Korrekturdaten bezieht der Mäher direkt aus der Cloud. Allerdings bleibt das Gerät auf eine ordentliche Satellitenverbindung angewiesen: Dichte Baumkronen, hohe Gebäude, enge Innenhöfe oder starke Abschattung können die Genauigkeit beeinträchtigen. Im Test überzeugte die Navigation dennoch überwiegend, da V-Slam und weitere Ausgleichstechniken zunehmende GPS-Ungenauigkeiten in schwierigen Bereichen erfolgreich abfingen – anders als frühere RTK-Modelle blieb der Mäher nicht stehen.

Bei der Hinderniserkennung wirbt der Hersteller offensiv mit Vision AI. Die Objekterkennung arbeitet überdurchschnittlich gut, erkannte Tennisbälle und Gartenwerkzeuge zuverlässig und wich ihnen aus. Unfehlbar ist sie jedoch nicht: Kleinere oder teilweise vom Rasen verdeckte Gegenstände werden mitunter übersehen. Nachts sollte der Roboter daher – wie alle vergleichbaren Geräte – nicht fahren, um Tiere nicht zu gefährden.

Die Steigfähigkeit gibt Worx mit 84 % (40°) an, was für Allrad-Mähroboter üblich ist. Als Mindestdurchfahrtsbreite nennt die Installationshilfe 1 Meter – für sehr enge Gärten, schmale Streifen zwischen Haus und Zaun oder verwinkelte Innenhöfe dürfte der Mäher somit weniger geeignet sein. Dies bestätigte der Test: Zwar überwand der WR341E die etwa 5 cm hohen Randsteine problemlos, scheiterte jedoch an der nur 70 cm schmalen Verbindung zur abgelegenen Rasenzone.

Vor Diebstahl sind im Wesentlichen sämtliche Mähroboter dadurch geschützt, dass sie bei einer aktiven Kontoverbindung nicht erneut mit der App verbunden werden können. Das trifft auch auf den Worx Landroid Vision Cloud WR341E zu. Überdies bietet das Modell mit Auto-Lock und Geo-Zaun zwei weitere Sicherheitsfunktionen. Letztere sorgt für eine Warnmeldung, sobald das Gerät den kartierten Bereich verlässt und Auto-Lock zwingt nach einer bestimmten Zeit zur Eingabe der beim Set-up vergebenen Geräte-PIN. Diese muss man auch nach dem Einschalten eingeben.

Auf gut vorbereiteten, ebenen Flächen liefert der WR341E ein sauberes Mähbild. Das systematische Bahnenmähen funktioniert nun konkurrenzfähig, reduziert unnötige Mehrfachfahrten, erzeugt ordentliche Muster und macht den Arbeitsfortschritt nachvollziehbar. Allerdings benötigt der Roboter aufgrund der gemächlichen Fahrt und der schmalen 22-cm-Schnittbreite deutlich länger als Allrad-Konkurrenten, die mit über 40 cm Schnittbreite aufwarten. Für eine etwa 240 m² große Zone vergingen im Test rund 3,5 Stunden – inklusive Ladeunterbrechungen, da die Fläche nicht in einem Durchgang geschafft wurde. Zum Vergleich: Der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro mit einer Schnittbreite von 32 cm bewältigt dieselbe Fläche in nur 82 Minuten.

Ohne das optionale Cut-to-Zero-Modul fällt die Randmähleistung nur durchschnittlich aus – konstruktionsbedingt bleiben an festen Rändern rund 12 cm stehen. Probleme bereiteten im Test auch Bereiche mit in den Rasen eingelassenen Terrassenplatten, etwa bei einem festinstallierten Wäscheständer. Abhilfe schaffte hier erst ein kürzlich bereitgestelltes Firmware-Update. Ragende Äste umfährt der Mäher standardmäßig. Erst mit Einrichtung einer „Sichtfreien Zone“ mäht er auch unter ihnen – dann wird die visuelle Hinderniserkennung deaktiviert, sodass nur noch der Bumper zur Kontaktaufnahme dient.

Im Vergleich zur Allrad-Konkurrenz wie Dreame A3 (Bestenliste) und Luba 3 (Bestenliste), die mit durchdrehenden Rädern wenden und dabei nicht nur bei nassen Bedingungen Schäden am Rasen hinterlassen können, geht der Landroid Vision 4WD mit seinen lenkbaren Vorderrädern sehr rasenschonend bei Wendemanöver vor. Das haben wir in unserem Testgarten nicht nur bei Richtungsänderungen im Flachen beobachtet, sondern auch an bis zu 30° steilen Abschnitten – maximal soll der Landroid Vision Cloud 4WD sogar bis zu 40° (84 %) steile Hänge mähen. Selbst bei nassen Bedingungen entstehen am Rasen im Test mit dem Worx keinerlei Schäden. Den Vorteil dieser Technik konnten wir schon beim Navimow X420 (Testbericht) beobachten. Auch Mammotion setzt beim Nachfolger Luba 4 auf lenkbare Vorderräder.

Ein Vorzug moderner Mähroboter ist das reduzierte Arbeitsgeräusch. Bei parallelen Bahnen ist die Schallleistung von 55,7 dB(A) kaum wahrnehmbar – die Frage „Mäht der schon?“ drängt sich geradezu auf. Jedoch endet diese Stille bei Wendemanövern, denn dann machen sich die lauten Elektromotoren der Vorderräder bemerkbar. Beim Navimow X420, der ebenfalls lenkbare Vorderräder besitzt, trat dieses Phänomen nicht auf. Dennoch bleibt das Geräusch deutlich unter dem Betriebslärm eines integrierten Trimmers, wie ihn Ecovacs-Modelle verbauen.

Vier Versionen des Worx Landroid Vision Cloud 4WD decken Rasengrößen von 600 m² bis zu 4000 m² ab – konkret die Modelle WR340E, WR341E, WR342E und WR344E. Die Schnittbreite fällt mit 20 Zentimetern nur beim kleinsten Vertreter schmaler aus, während die übrigen drei Varianten auf 22 Zentimeter kommen. Ein Alleinstellungsmerkmal des Spitzenmodells WR344E stellt das integrierte Cut-To-Zero-Modul für den Kantenschnitt dar; für knapp 100 Euro lässt sich dieses Feature bei den anderen Robotern jedoch nachrüsten. Unterschiede zeigen sich ferner bei Akku und Ladegerät: 100-Wh-Speicher sind in WR340E und WR341E verbaut, wohingegen WR342E und WR344E mit 120 Wh arbeiten. Beim Ladevorgang profitiert lediglich der WR344E von einem 5-A-Netzteil, das den Akku in nur 60 Minuten vollständig lädt – die mit 3 A versorgten Modelle benötigen dafür mit 80 bis 100 Minuten deutlich mehr Zeit.

Günstig sind die Modelle der Serie Worx Landroid Vision Cloud 4WD nicht gerade. Das kleinste für 600 m² geeignete Modell schlägt bereits mit 1500 Euro zu Buche, aktuell ist es für knapp 1300 Euro erhältlich. Unser Testmodell WR341E für 1000 m² kostet regulär rund 2000 Euro.

Die aktuelle Firmware verhilft dem Worx Landroid Vision Cloud 4WD im Test zu einem guten Gesamteindruck. Selbst mit Terrassenplatten durchsetzte Rasenflächen sowie fest installierte Wäscheständer werden problemlos bewältigt. Das Schnittmuster stimmt, und dank Vorderradlenkung hinterlassen die Wendemanöver selbst an Steigungen keinerlei Schäden. Wechselbarer Akku und zuverlässige Hinderniserkennung runden die positiven Aspekte ab.

Allerdings fällt die schmale Schnittbreite von 22 cm negativ auf – für das Spitzenmodell bis 4000 m² ist das eindeutig zu knapp bemessen. Konkurrenzprodukte bieten hier nicht nur breitere Arbeitsbahnen, sondern oft auch günstigere Preise. Zudem scheiterte der Roboter im Test an der Engstelle des Gartens, und einen Livestream der Kamera sucht man in der App vergeblich. Last but not least, könnte auch das Mähprotokoll detaillierter ausfallen.

Insgesamt richtet sich das Gerät an Anwender, die Wert auf Geländegängigkeit und Rasenschonung legen und mit den genannten Einschränkungen leben können – für diese Zielgruppe bleibt er empfehlenswert.