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01.09.2026
17:00 Uhr
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Firefox 155 bringt neue KI-Funktionen, einen Tracker-Zähler und Verbesserungen für Container – verursacht aber Probleme in manchen Firmennetzen.

Mozilla hat Firefox 155 veröffentlicht. Die neue Version bringt das KI-Feature Smart Window für alle Nutzer in den USA, Kanada und Frankreich, einen Zähler für blockierte Tracker in der Adressleiste sowie Verbesserungen bei Tab-Gruppen und Containern. In restriktiven Unternehmensnetzen kann die neue Firefox-Version allerdings Probleme beim Laden von Websites verursachen. Betroffen sind Netze, in denen Firewalls oder Proxys UDP blockieren, etwa im Zuge einer TLS-Inspektion. Dann können Seiten langsam laden oder gar nicht erreichbar sein.
Smart Window war bislang nur eingeschränkt in den USA und Kanada verfügbar. Mit Firefox 155 erweitert Mozilla den Test auf Frankreich. Die Funktion bleibt eine schrittweise ausgerollte Beta und setzt Firefox für Desktop sowie ein Mozilla-Konto voraus. Sie kombiniert mehrere KI-Funktionen im Browser, darunter personalisierte Vorschläge zum Fortsetzen früherer Unterhaltungen.
Der integrierte Assistant soll außerdem deutlich schneller auf Websuchen reagieren und Quellen von Exa direkt angeben. Mozilla spricht in den Release Notes von etwa einem Fünftel der bisherigen Antwortzeit. Was genau Smart Window im Alltag leistet, hängt damit auch von den jeweils verfügbaren KI-Funktionen ab. Zu einem Start von Smart Window in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat Mozilla bislang keine Angaben gemacht.
Firefox verbessert zugleich die automatische Tab-Organisation. Der Browser soll verwandte Tabs zuverlässiger zu Gruppen zusammenfassen und für diese verständlichere Namen vorschlagen. Wie bei Smart Window erfolgt die Freischaltung schrittweise.
Firefox kann nun in der Adressleiste anzeigen, wie viele Tracker der Browser blockiert hat. Die Anzeige lässt sich in den Einstellungen abschalten; der Tracking-Schutz bleibt dann aktiv. Mozilla macht damit eine Schutzfunktion sichtbarer, denn bislang war sie vor allem über das Schildsymbol und die Datenschutzberichte erreichbar.
Auch die eingebauten Container bekommen eine kleine, aber praktische Änderung: Ihre Reihenfolge lässt sich jetzt in den Einstellungen festlegen. Firefox übernimmt diese Sortierung überall dort, wo Container zur Auswahl stehen.
Die in Version 153 eingeführten Container trennen Browser-Sitzungen voneinander. Cookies, Logins und Websitedaten eines Arbeits-Containers bleiben beispielsweise vom privaten Container getrennt. So lassen sich mehrere Konten desselben Dienstes parallel nutzen, ohne unterschiedliche Firefox-Profile oder Browserfenster zu benötigen.
Für Webspiele unter Windows unterstützt Firefox nun Nintendo-Switch-Pro-Controller und kompatible Nachbauten vollständig. Das Steuerkreuz und die Analogsticks sollen korrekt belegt sein. Die Firefox-Übersetzungsfunktion beherrscht zudem Marathi und Urdu.
Das bekannte Netzwerkproblem betrifft Firefox-Installationen hinter Firewalls oder Proxys, die UDP-Verbindungen sperren. Das kann etwa in Firmennetzen vorkommen, in denen TLS-Verbindungen untersucht werden. Firefox verwendet für HTTP/3 das auf UDP basierende Transportprotokoll QUIC. Firefox 155 unterstützt jetzt auch QUIC Version 2.
Administratoren können laut Mozilla vorübergehend die Einstellung network.http.happy_eyeballs_enabled per Preferences-Policy auf false setzen. Dadurch umgeht Firefox die problematische Verbindungsstrategie. Mozilla arbeitet an einer Korrektur für die nächste Unterversion.
Ein weiteres bekanntes Problem betrifft vertikale Tabs: Nach einem Neustart kann die Seitenleiste verschwinden. Sie lässt sich über die entsprechende Schaltfläche in der Symbolleiste wieder einblenden. Eine dauerhafte Korrektur befindet sich laut Mozilla in Arbeit.
Unter Linux behebt Firefox einen Fehler, bei dem Text beim Tippen mit bestimmten Tastaturlayouts in Word Online und anderen Webanwendungen verschwinden konnte. Außerdem soll der Browser Linux-Systeme nach längerer Nutzung nicht mehr am Wechsel in den Ruhezustand hindern.
Live-Audiostreams, etwa Internetradios, sollten im Hintergrund nicht mehr unerwartet abbrechen. Firefox korrigiert außerdem einen Fehler, durch den sich Text innerhalb von Schaltflächen nicht markieren und kopieren ließ. Das betraf unter anderem Direktnachrichten bei X und Kommentare bei YouTube.
Auf macOS beseitigt Firefox ein Darstellungsproblem im Vollbildmodus von MacBooks mit Display-Notch. Videos konnten dort mit schwarzen Rändern angezeigt werden. Zieht man einen Tab mit laufender Audiowiedergabe in ein anderes Fenster, bleibt der Lautsprecherindikator nun erhalten. Nutzer können die Wiedergabe damit weiterhin erkennen und stummschalten.
Weitere Korrekturen betreffen die Tastaturnavigation auf Seiten mit eingebetteten Inhalten, die Darstellung mancher Schriftsysteme unter Windows sowie den VideoEncoder der WebCodecs-API auf macOS. Mozilla nennt außerdem weitere verschiedene Sicherheitskorrekturen, ohne sie in den Release Notes detailliert aufzuschlüsseln.
Administratoren sollten ihre Netzwerkfreigaben prüfen: Firefox nutzt für die Erkennung von Anmeldeportalen in WLANs künftig firefox-portal-detection.com statt detectportal.firefox.com. Entsprechende Allowlists müssen angepasst werden.
mailto:-Links öffnet Firefox nur noch nach einer ausdrücklichen Nutzeraktion. Websites können den Standard-Mailclient damit nicht mehr ungefragt starten. Beim Drucken dürfen kleine PDF-Dokumente über eine Skalierung von mehr als 100 Prozent auf die Blattgröße vergrößert werden.
Um Abstürze durch extrem verschachtelte CSS-Konstruktionen zu vermeiden, begrenzt Firefox die Verschachtelung von Blöcken und Funktionen auf 75 Ebenen. Tiefer verschachtelte Regeln und Werte verarbeitet der Browser nicht mehr.
In den Entwicklertools lässt sich nun prefers-reduced-motion emulieren. Entwickler können damit testen, ob ihre Websites reduzierte Animationen berücksichtigen. Der JSON-Viewer unterstützt außerdem JSON Lines, auch NDJSON genannt, und markiert fehlerhafte Zeilen direkt im Dokument.
Bei den Webstandards ergänzt Firefox unter anderem erweiterte CSS-Funktionen wie attr(), progress() und alpha(). Hinzu kommen Erweiterungen für WebAssembly, WebTransport und WebRTC. Firefox kann bei HTTP/3-Verbindungen nun auch QUIC Version 2 einsetzen, wenn der Server dies per Versionsaushandlung auswählt.
Siehe auch:
(fo)