Heise 15.07.2026
15:20 Uhr

DeepSeek will offenbar an die Börse – IPO-Einreichung noch 2026 möglich


Nur Wochen nach einer milliardenschweren Finanzierungsrunde soll DeepSeek die nächste Runde und parallel einen Börsengang planen.

DeepSeek will offenbar an die Börse – IPO-Einreichung noch 2026 möglich

Das chinesische KI-Unternehmen DeepSeek bereitet angeblich seine nächste Finanzierungsrunde vor, nur wenige Wochen nach der letzten Kapitalaufnahme von rund sieben Milliarden US-Dollar. Zugleich arbeitet das Start-up offenbar an einem Börsengang auf dem chinesischen Festland, dessen Einreichung noch Ende 2026 erfolgen könnte.

Wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, soll DeepSeek zusätzlich in dieser Woche Vorgespräche mit potenziellen Investoren über eine zweite Runde aufgenommen haben. Das Unternehmen strebt demnach eine Bewertung von mindestens 480 Milliarden Yuan an – umgerechnet rund 71 Milliarden US-Dollar. Das wäre ein Sprung von etwa 37 Prozent gegenüber der Bewertung von rund 52 Milliarden US-Dollar aus der ersten Runde.

An der ersten externen Finanzierungsrunde hatten sich unter anderem der chinesische Riese Tencent und Contemporary Amperex Technology Co. Ltd. beteiligt. In der neuen Runde will DeepSeek angeblich mindestens zehn Milliarden Yuan einsammeln, also rund 1,4 Milliarden US-Dollar – der endgültige Betrag könnte jedoch deutlich höher ausfallen.

Gleichzeitig treibt DeepSeek offenbar die Vorbereitungen für einen Börsengang (Initial Public Offering, IPO) voran. Laut Bloomberg arbeitet das Unternehmen mit Wirtschaftsprüfern daran, bis Ende Dezember 2026 einen vollständigen Finanzbericht zu erstellen – eine Voraussetzung für den IPO-Antrag. Gespräche mit Banken und Beratern sollen ebenfalls schon laufen. Allerdings gelten sowohl Timing als auch Umfang als volatil und abhängig von Marktlage und Geschäftsentwicklung.

DeepSeek wurde 2023 gegründet und hatte Anfang 2025 mit seinem Reasoning-Modell R1 international für Aufsehen gesorgt, mit guter Performance und vergleichsweise geringem Hardware-Hunger.

Laut Bloomberg hat das Management Investoren zugesichert, dass grundlegende KI-Forschung Vorrang vor kurzfristiger Monetarisierung habe. Liang versprach demnach, weiterhin Open-Source-Modelle zu entwickeln und gleichzeitig das Ziel einer Artificial General Intelligence (AGI) zu verfolgen. Parallel dazu baut DeepSeek seine Aktivitäten im Bereich agentischer KI aus.

(rie)