Chinesische Chiphersteller haben sich offenbar mit Lithografie-Systemen des niederländischen Weltmarktführers ASML eingedeckt. CXMT und YMTC etwa sollen genügend Systeme für ihre Produktionserweiterungen in den nächsten drei Jahren gekauft haben.
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10.09.2026 10:41 Uhr |

Chinesische Chiphersteller haben sich offenbar mit Lithografie-Systemen des niederländischen Weltmarktführers ASML eingedeckt. CXMT und YMTC etwa sollen genügend Systeme für ihre Produktionserweiterungen in den nächsten drei Jahren gekauft haben.
Darüber berichtet die Financial Times anhand eigener Quellen. In Anbetracht der Ambitionen ist das erheblich: YMTC ist Chinas größter Hersteller von NAND-Flash, etwa für SSDs, mit einem heutigen weltweiten Marktanteil von 14 Prozent. Über die nächsten Jahre will die Firma die Produktion verdoppeln und so zum Weltmarktführer für NAND-Flash werden.
Ähnlich stark will CXMT wachsen. Die Firma stellt Dynamic Random Access Memory (DRAM) her, darunter DDR5- und LPDDR6-Arbeitsspeicher. Der weltweite Marktanteil soll heute bei etwa zehn Prozent liegen.
ASML darf aufgrund von Exporteinschränkungen nur ältere Lithografie-Systeme mit tief-ultravioletter Lichtquelle (Deep Ultraviolet, DUV) nach China verkaufen. Dazu zählt der Twinscan NXT:1980Di aus dem Jahr 2015. Modernere Modelle mit extrem-ultravioletter Lichtquelle (EUV) sind für China seit deren Einführung tabu.
Ebenso profitiert China nicht von Weiterentwicklungen bei DUV-Systemen. Neue Generationen belichten schneller und richten Wafer auf wenige Atome genau aus. Das würde bei den Mehrfachbelichtungen helfen, auf die chinesische Chiphersteller bei ihren aktuellen Fertigungsprozessen angewiesen sind.
Allein in den vergangenen vier Quartalen hat ASML Lithografie-Systeme im Wert von rund 7,2 Milliarden Euro nach China geliefert. Davor waren die Summen noch höher, mit teilweise über zwei Milliarden Euro pro Quartal. DUV-Systeme, wie chinesische Firmen sie kaufen, sollen bis zu 60 Millionen Euro pro Stück kosten.
Huawei führt derweil mutmaßliche Bemühungen an, um China von Zulieferern wie ASML unabhängig zu machen. Hieß es im Juli noch, Aishengna und Yuliangsheng würden dieses Jahr fünf eigene DUV-Systeme produzieren, sollen es laut Financial Times inzwischen zwölf werden.
Ansässige Chiphersteller sollen allerdings weiter zögerlich sein, neben CXMT und YMTC auch der größte chinesische Chipauftragsfertiger SMIC. Bis die Systeme voll einsatzbereit sind, inklusive kompletter Zertifizierung, könnten Jahre vergehen. Und selbst dann ist unklar, inwieweit die eigenen Modelle mit denen von ASML mithalten können.
Komplett ohne ausländische Technik geht es laut Berichten derweil ohnehin noch nicht, was Optikelemente und Laser betrifft. Financial Times nennt Firmennamen, darunter Zeiss aus Deutschland. Die Firma verkauft Optikelemente laut eigenen Aussagen nur an ASML; nach China kämen sie demnach nur über Umwege.
Heimische Alternativen will derweil Fujian Zhiqi Photonics entwickeln. Laser könnte in Zukunft Beijing RSLaser Opto-Electronics liefern. Bisher sollen sie von Gigaphoton aus Japan und teilweise von der ASML-Tochter Cymer stammen.
(mma)