Heise 20.07.2026
21:15 Uhr

Auch 2030: Telekom bleibt bei der WM am Ball


Die Telekom hat sich auch die Rechte für die nächste Veranstaltung 2030 gesichert. Mehrere Spiele werden trotzdem auch im Free-TV zu sehen sein.

Auch 2030: Telekom bleibt bei der WM am Ball

Die Deutsche Telekom wird auch die Spiele der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft 2030 auf ihrem Streamingdienst Magenta TV übertragen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, hat die Telekom die Übertragungsrechte für alle 104 Partien des Turniers erworben. Zu den Lizenzkosten machen die Bonner keine Angaben.

Die Telekom blickt auf eine erfolgreiche WM 2026 zurück, die am Sonntag mit dem Finale zwischen Spanien und Argentinien zu Ende gegangen ist. „Es war für uns eine Fußball-Weltmeisterschaft der Rekorde“, sagte Telekom-Deutschlandchef Rodrigo Diehl. „Wir haben mehr als 200 Millionen Zuschauer erreicht und gleichzeitig deutlich mehr Kunden gewinnen können als erwartet.“

Auch die kommende Fußball-Europameisterschaft 2028 in Großbritannien und Irland wird die Telekom übertragen. Die Rechte für sämtliche EM-Spiele konnte sich der Bonner Konzern in einem Tauschgeschäft mit ARD und ZDF sichern. Im Gegenzug für eine Beteiligung der öffentlich-rechtlichen Sender an der WM 2026 erhielt die Telekom die Rechte für die EM 2028.

Doch werden Spiele beider kommender Turniere auch weiterhin bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen sein. Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie Eröffnungsspiel und Finale müssen laut Rundfunkstaatsvertrag im frei empfangbaren TV zu sehen sein. Auch deshalb wird erwartet, dass die Telekom bei den kommenden Turnieren einen Teil der Spiele an andere Sender sublizenziert.

Zu den Finanzen macht die Telekom keine Angaben, auch Einzelheiten zu möglichen Partnern verraten die Bonner nicht. Doch soll es bald Gespräche mit möglichen Lizenznehmern geben. „Das Modell der Sublizenzierung hat sich bewährt, wir werden bald erste Gespräche mit potenziellen Partnern aus dem Markt führen“, sagte Telekom-TV-Chef Arnim Butzen der dpa.

Die Preise für die Rechtepakete variieren je nach Größe des Sendegebiets und der Zeitzone. Für die Senderechte in den USA ist noch keine Entscheidung gefallen. Für die englischsprachigen Rechte an der abgelaufenen WM hatte der US-Sender Fox Medienberichten zufolge rund 485 Millionen US-Dollar hingeblättert; die spanischsprachigen Rechte gingen für rund 600 Millionen US-Dollar an Telemundo.

In den USA heißt es, dass Fox beim Rechtepoker für die Weltmeisterschaften 2030 und 2034 Konkurrenz von Netflix, Disney und Fifa-Partner YouTube bekommt. Auch Apple und Amazon könnten Interesse an den Übertragungen haben. Laut Medienberichten rechnen die Unternehmen mit weiter steigenden Lizenzkosten für beide Sprachpakete zusammen in der Größenordnung von 1,5 bis 2 Milliarden US-Dollar pro Weltmeisterschaft.

In Deutschland werden solche Summen noch nicht erreicht. ARD und ZDF haben für die Übertragungsrechte der WM 2018 – dem letzten Turnier, an dem sich die Öffentlich-Rechtlichen die Erstrechte gesichert hatten – Schätzungen zufolge rund 218 Millionen Euro bezahlt. Auch die Sublizenzpakete, die ARD und ZDF in den Folgejahren von der Telekom erworben haben, werden auf deutlich über 200 Millionen Euro geschätzt.

Auch mit Sublizenzen schaffen die Öffentlich-Rechtlichen deutlich höhere Reichweiten als das Pay-TV der Telekom. Den Finalsieg der Spanier über Argentinien am Sonntag sahen im ZDF über 17 Millionen Zuschauer. Für das exklusiv auf Magenta TV übertragene Halbfinale zwischen England und Norwegen zählte die Telekom acht Millionen Zuschauer.

Die Fußball-WM 2030 wird hauptsächlich in den Ländern Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen. Zum 100-jährigen Jubiläum des Turniers hat die Fifa entschieden, dass drei Erstrundenspiele in Uruguay (erster Ausrichter und Weltmeister), Argentinien (erster Vizeweltmeister) und Paraguay (Sitz des ersten Kontinentalverbands) stattfinden.

(vbr)