FAZ 10.03.2026
11:28 Uhr

Von ESA untersucht: Meteorit stammt von meterdickem Gesteinsbrocken


Der Meteorit, der am Sonntag in ein Haus in Rheinland-Pfalz eingeschlagen ist, stammt von einem ursprünglich mächtigen Brocken. Bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA wird sein Weg in die Atmosphäre nun untersucht.

Von ESA untersucht: Meteorit stammt von meterdickem Gesteinsbrocken

Der Feuerball, der am Sonntagabend auch über dem Rhein-Main-Gebiet zu sehen war, ist von einem Himmelsobjekt in einer Größe von einigen Metern im Durchmesser verursacht worden. Das hat eine Analyse der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) in Darmstadt ergeben. Deren Fachleute für Planetenverteidigung haben Videos und andere Daten analysiert, wie die ESA mitgeteilt hat. Gesteinsbrocken dieser Größe treffen der Statistik nach einmal in einigen Wochen, teilweise aber auch im Abstand von mehreren Jahren auf die Erde. Ein heller Feuerball war am Abendhimmel gut zu sehen, der sich von Südwesten nach Nordosten bewegte, wie die ESA berichtet. Bevor der Brocken in Stücke zerbrach, leuchtete er für sechs Sekunden auf. Das sei nicht nur von Privatleuten mit Smartphones, sondern auch von professionellen Meteoritenkameras aufgenommen worden. Ein Trümmerteil traf ein Haus in Koblenz. Dass das Objekt nicht schon vor dem Eintritt in die Atmosphäre bemerkt wurde, ist den ESA-Fachleuten zufolge nicht ungewöhnlich. Objekte dieser Größe sind nach ihren Angaben bei Tageslicht nicht zu sehen, weil sie sich vom hellen Himmel nicht abzeichnen. Das gelte auch für schwaches Tageslicht in der Dämmerung. Die ESA-Fachleute für Planetenverteidigung arbeiten daran, Gesteinsbrocken schon auf ihrem Flug weit außerhalb der Erdatmosphäre zu erkennen. Asteroiden in einer Größe von 20 Metern können große Schäden anrichten. Ein solcher Gesteinsbrocken explodierte im Jahr 2013 in 30 Kilometern Höhe am Ural und ließ in der Großstadt Tscheljabinsk Fensterscheiben bersten.