FAZ 14.03.2026
14:41 Uhr

Vierte im Riesenslalom: Aicher erhöht den Druck auf Shiffrin


Die alpine Skirennläuferin Emma Aicher fährt in Are den besten Riesenslalom ihrer Karriere und verkürzt im Gesamtweltcup den Rückstand auf Mikaela Shiffrin.

Vierte im Riesenslalom: Aicher erhöht den Druck auf Shiffrin

Emma Aicher ging mal richtig aus sich heraus. Kaum im Ziel, jubelte die 22-Jährige ausgelassen über den besten Riesenslalom ihrer Karriere, sie riss die Arme hoch und schrie ihre Freude heraus. Bei ihrem „Heim-Weltcup“ im schwedischen Are fuhr die zweifache Olympia-Zweite in ihrer bislang schwächsten Disziplin auf einen hervorragenden vierten Rang und damit mitten hinein in die Weltelite. Ein zehnter Platz war zuvor ihr bestes Resultat im Riesenslalom gewesen. „Ich bin mit mir heute sehr zufrieden“, sagte die 22-Jährige nach dem ersten von zwei Rennen vor zahlreichen Verwandten und Bekannten: „Ich habe zwei ganz gute Läufe hingebracht“. Aicher ist im 300 Kilometer entfernten Sundsvall aufgewachsen und ging in Järpen unweit von Are auf ein Ski-Gymnasium. Den Störtlopsbakken kennt sie nur zu gut.  „Das gute Skifahren, was ich manchmal im Training zeige, habe ich jetzt auch im Riesenslalom zeigen können, sagte sie nach ihrer Glanzleistung, „Ich hoffe, dass es jetzt so weitergehen kann.\" Das Podest verfehlte Aicher um 0,99 Sekunden, sie landete aber einen Platz vor Mikaela Shiffrin (USA). Die dreimalige Olympiasiegerin hatte im ersten Durchgang kurz vor dem Ziel einen schweren Fehler eingebaut und im Zwischenklassement nur den zwölften Rang belegt. Im zweiten lauf verbesserte sich Shiffrin dann deutlich. Aicher konnte dennoch den Rückstand im Gesamtweltcup auf 120 Punkte verkürzen. Fünf Rennen stehen in dieser Saison noch aus, am Sonntag zunächst der Slalom in Are. Besonders in den Speedrennen dürfte sich Allrounderin Aicher noch Hoffnungen machen, ihre technisch versierte Konkurrentin abzufangen und ihre Saison zu krönen. Aicher hatte in dieser Saison auch bei den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo auf sich aufmerksam gemacht, als sie zweimal Silber gewann. Ihren fünften Sieg in dieser Saison und damit vorzeitig die kleine Kristallkugel im Riesenslalom holte sich Julia Scheib aus Österreich. Die Tagessiegerin profitierte dabei vom Ausscheiden von Camille Rast aus der Schweiz, die nach dem ersten Lauf noch in Führung gelegen hatte. Platz zwei hinter Scheib belegte Paula Moltzan (USA/+0,36 Sekunden), Dritte wurde Alice Robsinson (Neuseeland/+0,75).