FAZ 18.08.2026
08:34 Uhr

Tod der Schauspielerin: Starb Hayden Panettiere an einer Überdosis?


Nach dem rätselhaften Tod von Hayden Panettiere werden mehr Details bekannt: Mit ihrem Partner Brian Hickerson war sie nach South Carolina gereist, kurz bevor sie ums Leben kam.

Tod der Schauspielerin: Starb Hayden Panettiere an einer Überdosis?

Hayden Panettieres letzte Minuten müssen dramatisch gewesen sein. Wie die Rechtsmedizin des Bezirks Greenville in South Carolina mitteilte, ging am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit) ein Notruf ein. Eine Frau, so meldete der Anrufer, habe einen Herzstillstand erlitten. Als der Notarzt das Luxusloft in der früheren Textilfabrik Judson Mill erreichte, fand er die bewusstlose Schauspielerin. Ihr Lebensgefährte Brian Hickerson und der Bruder des Immobilienmaklers waren anwesend. Die Versuche, die Schauspielerin wiederzubeleben, scheiterten. Gegen 14.30 Uhr, etwa 40 Minuten nach Ankunft der Rettungskräfte, wurde Panettiere für tot erklärt. „Das Greenville Police Department untersucht den Fall gemeinsam mit der Rechtsmedizin des Bezirks“, teilte die Polizei mit. „Die ersten Ermittlungen haben aber keine Anzeichen von Fremdeinwirkung oder verdächtige Umstände ergeben.“ Nachbarn des Lofts, das Hickerson und sein Bruder gemietet hatten, hörten, wie die Rettungskräfte von einer „Überdosis“ sprachen. Wie inzwischen durchsickerte, soll in der Nähe von Panettieres Leichnam Naloxon gefunden worden sein, ein Notfallmedikament, das bei der Überdosierung von Opioiden wie Morphin, Heroin und Fentanyl eingesetzt wird. Hickerson soll sie gewürgt und geschlagen haben Dass Panettiere tatsächlich durch Opioide starb, bestätigte die Rechtsmedizin vorerst nicht. Nach der Obduktion am Montag teilte das Coroner’s Office in Greenville lediglich mit, keine Spuren von Gewalt an dem Körper der Sechsunddreißigjährigen entdeckt zu haben: „Bis zum Abschluss weiterer Untersuchungen bleibt die Todesursache offen.“ Der Hinweis auf Panettieres äußerlich unverletzten Körper dürfte viele Fans des früheren Kinderstars beruhigt haben. In den vergangenen acht gemeinsamen Jahren war Hickerson wiederholt handgreiflich geworden. Immer wieder fiel Panettiere durch Blutergüsse auf, wiederholt wurden Polizei und Sheriff nach Notrufen bei ihren Anwesen in Los Angeles und Wyoming vorstellig. Im Mai 2019 soll Hickerson seine Partnerin gleich an mehreren Tagen geschlagen und gewürgt haben. Einige Monate später misshandelte der ehemalige Gelegenheitsschauspieler Panettiere so brutal, dass sie Verletzungen an Gesicht und Armen davontrug. Wegen häuslicher Gewalt verurteilte ein Gericht in Los Angeles Hickerson im Frühjahr 2021 schließlich zu 45 Tagen Haft. In einem Interview beschrieb Panettiere die Beziehung vor einigen Monaten als eine „Dr. Jekyll/Mr. Hyde-Situation“. „Wenn wir lachten und tanzten, legte er plötzlich einen Schalter um. Irgendetwas klickte, und er wurde zu einem Raubtier, das Blut witterte“, fasste die Schauspielerin die Gewaltausbrüche in dem Podcast On Purpose zusammen. Sie wirkte fragil und verletzlich Die Tochter eines Feuerwehrmannes, die am 21. August 1989 in der Gemeinde Palisades im Bundesstaat New York geboren wurde, hatte Hickerson im Sommer 2018 kennengelernt. Panettiere hatte damals gerade die Verlobung mit dem ukrainischen Boxer Wladimir Klitschko gelöst und ihm das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Kaya überlassen. Klitschko äußerte sich am Dienstag auf Instagram: „Die Nachricht von Haydens tragischem Tod macht mich zutiefst traurig“, schrieb er. Panettiere sei ein wichtiger Teil seines Lebens gewesen, auch nach Ende der Beziehung, sie habe die Welt viel zu früh verlassen. Die Schauspielerin habe sich eine unglaubliche Karriere aufgebaut, „musste sich dabei aber auch mit den Schattenseiten einer sehr anspruchsvollen Branche auseinandersetzen“. Er werde seiner Tochter stets „mit Respekt von ihrer Mutter erzählen“.  Klitschko bedankte sich für die Anteilnahme und bat auch darum, die Privatsphäre seiner Familie zu respektieren. In ihren Memoiren „This Is Me: A Reckoning“, die sie im Mai herausbrachte, schrieb die Schauspielerin nicht nur über ihre Anfänge in Hollywood als Kinderschauspielerin in Serien wie „Liebe, Lüge, Leidenschaft“ und „Ally McBeal“ sowie spätere Rollen in „Heroes“ und „Nashville“. Sie berichtete auch über ihre Bisexualität und schrieb über Wochenbettdepressionen, Drogenexzesse und den Erfolgsdruck in der Unterhaltungsbranche. Bei der Vorstellung ihres Buchs wirkte Panettiere fragil und verletzlich. Ihr Stylist Erick Orellana berichtete der „New York Post“ am Montag zudem von starken Rückenschmerzen, die Panettiere immer wieder zu Krücken greifen ließen. Warum die Schauspielerin am Tag vor ihrem Tod dennoch mit Hickerson von Los Angeles in seinen Heimatstaat South Carolina flog, bleibt zumindest vorerst ein Rätsel.