Heute Abend ist es so weit. Der Mond schiebt sich vor die Sonne, und es entsteht, was Menschen weltweit seit Jahrhunderten fasziniert: eine Sonnenfinsternis. Blöd nur, dass Schutzbrillen nach kürzester Zeit ausverkauft waren. Ohne eine solche Brille sollte man auf keinen Fall in die Sonne schauen, sonst drohen bleibende Schäden am Auge, die häufig erst Stunden später bemerkt werden. Aber es gibt Alternativen, an die einige sich vielleicht noch aus dem Physikunterricht erinnern können: die sogenannte Lochkamera. Das Licht fällt dabei durch ein kleines Loch in einen lichtdichten Kasten und wird dort auf durchscheinendes Papier projiziert. So entsteht auf der Rückseite ein auf dem Kopf stehendes und seitenverkehrtes Bild. Das Bundesamt für Strahlungsschutz sieht die Lochkamera als eine der sichersten Methoden zur Sichtung einer Sonnenfinsternis an. Gleichzeitig rät es stark davon ab, Ferngläser, Teleskope, Kameras oder normale Sonnenbrillen zu verwenden. Alles, was man benötigt, um seine eigene Lochkamera zu basteln, findet man im nächstgelegenen Supermarkt. Die Einkaufsliste sieht wie folgt aus: Chipsdose, eine dünne, dunkle Pappe, Reißzwecken, Butterbrot-Papier und Klebeband. Zunächst sollte man alle Chips aus der Dose entfernen und das Innere mit einem Tuch abwischen. Danach rollt man die Pappe zu einer Röhre und steckt sie in die Chipsdose. Mit dem Klebeband fixiert man das Pappstück so, dass daraus eine lichtundurchlässige Röhre wird. Die Dose stellt man danach auf das Brotpapier und zeichnet am Dosenboden entlang einen Kreis. Um den entstandenen Kreis zeichnet man im Abstand von zwei Zentimetern einen zweiten Kreis und schneidet ihn entlang der äußeren Linie aus. Der Ausschnitt wird nun über die Öffnung der zusammengerollten Pappe gelegt und mithilfe des Klebebandes befestigt. Dabei sollte man darauf achten, dass es keine undichten Stellen entstehen, durch die Licht eintreten kann. Nun nimmt man eine Reißzwecke und bohrt in die Mitte des Bodens der Chipsdose ein Loch, das ein bis zwei Millimeter groß ist. Durch dieses fällt später das Licht hindurch. Nun ist die Lochkamera fast fertig. Man muss nur noch die gerollte Pappe mit dem Butterbrotpapier in die Chipsdose stecken, sodass sich das Papier im Inneren kurz vor dem kleinen Loch befindet. Wenn man die Chipsdose nun Richtung Sonne hält und durch die Papprolle blickt, erkennt man ein auf dem Kopf stehendes, seitenverkehrtes Bild. Indem man die Papprolle innerhalb der Chipsdose nach vorne und hinten verschiebt, kann man das Bild vergrößern und verkleinern. Wichtig ist, dass Sie die Lochkamera nicht direkt auf die Sonne richten und aufpassen, dass Sie das zweite Auge geschlossen halten, um nicht versehentlich in die Strahlen zu schauen.
