Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune, vorne gute Laune, hinten gute Laune, rechts gute Laune, links gute Laune. Gute Laune einfach überall. Wenn Kinderlieder zu Partyschlagern mutieren, schwingt immer auch ein bisschen Sehnsucht mit. Nach Unbeschwertheit. In diesem Fall sei dieser nicht mehr ganz neue Liedtext allen ins Ohr gewurmt, die ernste Bedenken für die Zukunft hegen. Sei es wegen Armut, sozialer Ungleichheit, Einwanderung oder Inflation. Das sind zumindest die meistgenannten Sorgen der Deutschen in einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos. Kriminalität und Gewalt, militärische Konflikte, das Gesundheitswesen und der Klimawandel folgen erst danach. * * * Oder hegen Sie eher Sorgen darüber, einem KI-Text aufgesessen zu sein? Fragt man ChatGPT selbst, wie man deren künstliche Texte erkennt, fällt die Antwort erstaunlich ehrlich aus. Demnach liebt die KI insbesondere Dreiklänge wie „Chancen, Risiken und Herausforderungen“. Auffällig sind auch wiederkehrende Standardfloskeln, Satzbauten und -rhythmen. Antithesen wie „nicht nur“, „sondern auch“ sowie massenweise Gedankenstriche wirken verdächtig. Will man indes von ChatGPT wissen, worüber es sich Sorgen macht, lautet die Antwort: „Über nichts.“ Vorbildlich. * * * Oder haben Sie Sorge um Steuergerechtigkeit, weil noch ein böser Verbrenner vor der Tür steht? Weil Sie an der Zapfsäule gleich viermal zur Kasse gebeten werden, Mehrwertsteuer, Energiesteuer, CO₂-Steuer und indirekt auch die THG-Quote zahlen dürfen? Noch dazu, weil der gemeine elektroautofahrende Nachbar eine Kaufprämie erhielt, keine Kfz-Steuer zahlt, von minimaler Dienstwagenbesteuerung profitiert, die Ladeinfrastruktur gefühlt gratis ausgebaut wird und für umme parken darf. Seien Sie beruhigt. Auch die Obrigkeiten haben etwas dagegen, gehen doch jede Menge Steuern flöten, was wiederum gar nicht geht. Großbritannien plant, Elektroautos und Plug-in-Hybride je Kilometer zu besteuern, Österreich hat Elektroautos seit 2025 in die motorbezogene Versicherungssteuer integriert, und China streicht von 2027 an nicht nur die Steuerbefreiung für Plug-in- und serielle Hybride, sondern will auch große Elektro-SUV kräftig besteuern. Das dürfte denen, die endlich weichgeklopft auf Elektromobilität umgestiegen sind, dann doch Anlass zur Sorge geben. Denn die da oben, ja, haben gute Laune und denken sich sicherlich schon Ähnliches für uns aus.
