FAZ 24.09.2026
17:01 Uhr

Rechtsextremismus: Schlagring aus dem 3D-Drucker bei Razzia sichergestellt


Die Polizei hat in Hessen mehrere Wohnungen mutmaßlicher Rechtsextremisten durchsucht und dabei mehrere Waffen sichergestellt. LKA-Präsident Daniel Muth spricht von „intensiven Ermittlungen“.

Rechtsextremismus: Schlagring aus dem 3D-Drucker bei Razzia sichergestellt

Mit mehreren Durchsuchungen von Häusern und Wohnungen ist die Polizei in Hessen am Donnerstag gegen acht Beschuldigte vorgegangen, die unter dem Verdacht stehen, rechtsextreme Straftaten begangen zu haben. Wie das hessische Landeskriminalamt (LKA) mitteilte, wurden Objekte in den Landkreisen Main-Kinzig und Darmstadt-Dieburg durchsucht. Bei den Beschuldigten handelt es sich um Männer im Alter zwischen 15 und 42 Jahren. Ihnen wird unter anderem das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Volksverhetzung und Sachbeschädigung vorgeworfen. In den Wohnungen stellten die Beamten laut LKA zahlreiche Beweismittel sicher, darunter Mobiltelefone, Messer sowie einen im 3D-Druck gefertigten Schlagring, eine Sturmhaube und Sprühfarbe. Der hessische LKA-Präsident Daniel Muth sagte, die Bekämpfung von Straftaten der politisch motivierten Kriminalität im Zusammenhang mit Rechtsextremismus „ist und bleibt eine zentrale Aufgabe der Polizei. Gewalt, Bedrohungen und menschenfeindliche Straftaten gefährden sowohl das friedliche Zusammenleben als auch die freiheitlich demokratische Grundordnung und werden konsequent verfolgt“. Muth verwies auf „intensive und zielgerichtete Ermittlungen“, mit denen Tatverdächtige identifiziert und Straftaten aufgeklärt würden. Zudem erkenne die Polizei auf diese Weise bestehende Strukturen. Ermittelt werden die Fälle in der eigens gebildeten Organisationseinheit „BAO Hessen R“, wie das LKA weiter mitteilte. Dort werde der Ansatz verfolgt, „die Szene weiter aufzuhellen“. Dazu zählten Personen, die dem rechten Spektrum zugeordnet würden, die jedoch noch nicht einschlägig in Erscheinung getreten seien. Bisher wurden insgesamt 308 Haftbefehle gegen 274 Personen vollstreckt.